1060 Uelzener putzen ihre Uhlenköperstadt heraus – so viele waren es noch nie

Müllsammler brechen Rekord

+
Familie von Estorff lädt den Veerßer Müll ab. Auf dem Herzogenplatz wurden die Ergebnisse der Sammelaktion zusammengetragen.

Uelzen. Die Uelzener haben ihren Rekord von 2012 gebrochen: Während Moderator Peter Hellström beim Frühjahrsputz vor zwei Jahren noch 900 sammelfreudige Uelzener gezählt hatte, packten dieses Wochenende 1060 Freiwillige mit an.

„Ich freue mich, dass wir diese große Zahl erreicht haben. Schon gestern haben ganz viele Grundschulen, weiterführende Schulen und Kindergärten Müll gesammelt, der vom Abfallwirtschaftsbetrieb gerne entsorgt wurde“, sagte Bürgermeister Jürgen Markwardt am Sonnabend. Er sammelte selbst in den Marktstraßen – und stellte fest: Dieser Teil der Stadt ist recht sauber.

Anders sah das in anderen Bereichen der Uhlenköperstadt aus, in denen die fleißigen Helfer – unter ihnen auch viele Familien sowie Vertreter des Pfadfinderstamms Hubertus, des Flötenorchesters „Flutes & Drums“ aus Veerßen und viele Kinder – schnell ihre großen Mülltüten voll bekamen. Am Bahnhof fielen vor allem viele leere Flaschen auf. Die vollen Müllsäcke brachten die Freiwilligen zum großen Müllwagen auf dem Herzogenplatz.

Mutter Barbara war mit ihren vier Kindern schon zum wiederholten Mal zu der Aktion gekommen, weil sie der achtlos weggeworfene Müll einfach stört. Während der Vater zuhause den Jüngsten hütet, unterstützen Marta und Zwillingsschwester Juli (beide 5 Jahre alt) zusammen mit Janosch (6) und Pal (8) die Mutter. „Wir wohnen noch nicht lange in Uelzen, haben es aber überall gern sauber!“

Pal hat vom Frühjahrsputz in der Schule erfahren und seine Familie motiviert.

Derweil fahren Anne von Estorff und Tochter Maria gleich mit einem Bulli vor, der mit Müll aus Veerßen gefüllt ist. Die Müllwerker helfen bereitwillig bei der richtigen Trennung.

Jörg Otto vom Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Uelzen ist vom Erfolg der Müllsammelaktion überzeugt. Vor 15 Jahren haben rund 200 Teilnehmer fast 200 Säcke voll Müll plus alte Elektrogeräte, Sonderabfälle und Fahrräder gefunden. Heute sammeln die Teilnehmer viel weniger zusammen. „Doch das bedeutet leider nicht, dass weniger weggeworfen wird, es wird nur regelmäßig aufgehoben. Aber die Aktion erregt Aufmerksamkeit und manch einer denkt über die Folgen in der Natur nach und nimmt seinen Müll vielleicht doch mit nach Hause“, ist Otto überzeugt.

„Wir freuen uns auf den Tag, an dem kein Müll mehr gefunden wird und wir stattdessen einen Spaziergang machen können – arbeiten wir dran!“, fordert Bürgermeister Markwardt alle auf, „wir können gleich bei uns selbst anfangen!“

Von Monika Buhr

Lesen Sie mehr dazu im E-Paper und in der Printausgabe der AZ.

Kommentare