Kein Kavaliersdelikt / Bürger müssen zahlen

Müllberge machen awb zu schaffen

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Kein seltenes Bild: Müllhaufen an den Glascontainern am Hammerstein-Parkplatz.

Uelzen. Wo für leere Flaschen und Konservengläser die Reise zur Recycling-Anlage beginnt, werden Mitarbeiter des kreiseigenen Abfallwirtschaftsbetriebes (awb) immer wieder Zeugen massiver Umweltverschmutzungen.

Besonders abseits belebter Plätze in den Städten Uelzen und Bad Bevensen, „wo sich die Bewohner unbeobachtet fühlen“, türmten sich an den Sammelstationen Kartons, Wäschekörbe, Autoreifen und Sperrmüll, beklagt Andreas König vom awb. „Auch, wenn wir das gerade weggeräumt haben – eine halbe Stunde später ist wieder ein Haufen da. “.

Teilweise mehrmals pro Woche suchen die awb-Mitarbeiter bekannte Standorte auf. „Für manche Plätze, wo es besonders extrem ist, haben wir sogar beauftragte Dritte, die dort Reinigungen vornehmen“, so König. Die entstehenden Kosten seien nicht zu beziffern, gehen aber zu Lasten der allgemeinen Abfallgebühren – und werden somit von jedem Bürger bezahlt.

Was viele nicht wissen: Die unzulässige Abfallentsorgung kann mit Bußgeldern bis 50 000 Euro geahndet werden. Die Kosten der Entsorgung kommen noch oben drauf. Die Rede sei nicht von einem Kavaliersdelikt, stellt König klar.

Doch das Chaos, wie es häufig etwa am Hammerstein-Parkplatz gesichtet wird, beschränkt sich nicht nur auf den Bereich um die Container. Auch im Inneren habe nicht alles seine Richtigkeit, weil die Flaschen und Gläser nicht ordnungsgemäß nach den Farben weiß, braun und grün sortiert würden, weiß König. Die Folge: Die Glashütten werden vor große Probleme gestellt. Schon eine einzige grüne Flasche im Weißglas-Container sei „problematisch“, weil sie zu Rückständen und Verfärbungen führt.

Sortenreines Glas kann beliebig oft eingeschmolzen und zu neuen Flaschen geformt werden.

Im Kreis Uelzen werden über Glascontainer etwa 82 Prozent der Glasverpackungen dem Altglasrecycling zugeführt. So wurden im vergangenen Jahr über 2 320 Tonnen Altglas erfasst. Das entspricht etwa 25 Kilogramm pro Einwohner. Über die Container darf aber nur sogenanntes Hohlglas, also Verpackungen, die aus Glas gefertigt sind, entsorgt werden. Sonderfärbungen, wie etwa Blau- oder Rotglas, werden zusammen mit dem Grünglas erfasst. Glaskeramik, Glühbirnen, Kaffeekannen oder gar Porzellan haben in den Behältern nichts zu suchen.

Und wer vergessen haben sollte, die Deckel und Verschlüsse über den Gelben Sack zu entsorgen und die Naturkorken zur Korkensammlung des awb zu bringen, solle sie laut König besser auf den Flaschen und Gläsern lassen, um das Sammelsurium von Verschlüssen rund um die Container zu vermeiden. Sie stellten zwar einen gewissen Störeffekt dar, können aber in einem Aufbereitungsprozess entfernt werden.

Müllhaufen können kostenlos unter der Nummer 0800 292 0800 gemeldet werden.

Von Anna Petersen

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