Molzener geben den Kampf um ihre Grundschule nicht auf

Die Schließung vor Augen

Uelzen. Am Ende einer erregten Debatte bedeutete ein Patt bei der Abstimmung letztlich die Ablehnung: Fünf Mitglieder des städtischen Schulausschusses wollten der Grundschule Molzen noch eine Gnadenfrist geben, fünf lehnten dies bei der Sitzung am Donnerstagabend im Uelzener Rathaus ab.

Besonders bitter für die Mitstreiter der Grundschule: Die Elternvertreterin, im Schulausschuss stimmberechtigt, hatte sich krank gemeldet. Mit ihr hätte der Antrag, die Schule vorläufig am Leben zu halten, wohl eine Mehrheit bekommen. Die endgültige Entscheidung über die Grundschule in dem Uelzener Ortsteil fällt jetzt der Stadtrat auf seiner Sitzung am 26. September.

Grund für die drohende Schließung ist eine Entscheidung des Stadtrates, der vergangenes Jahr mit großer Mehrheit ein neues Grundschulkonzept beschlossen hatte. Dieses sieht die Einrichtung von Ganztags-Grundschulen vor. Um die Kosten dafür im Rahmen zu halten, sollen Schulen, in denen über zwei Jahre jeweils weniger als 13 Schüler neu eingeschult werden, geschlossen werden. „Kein Mensch ist gegen die Grundschule Molzen, vielmehr könnte dieser Beschluss auch zur Schließung jeder anderen Schule führen“, betonte Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt.

Das sehen Molzener Eltern und Kommunalpolitiker aber ganz anders. Sie fühlen sich als Opfer einer Kampagne: Durch Fehlinformationen seien Eltern davon abgehalten worden, ihre Kinder in Molzen einzuschulen. Deshalb seien in diesem Jahr nur zehn Kinder eingeschult worden. Nachdem schon 2015 nur vier neue Schüler begrüßt werden konnten, würde dies die Schließung der Schule im kommenden Jahr bedeuten. Der Ortsrat Molzen hat wegen der angeblichen Unstimmigkeiten beantragt, die Zahl des Jahres 2016 aus der Wertung zu nehmen.

Das aber lehnte der Schulausschuss ab. Vorwürfe des Schul-Fördervereins über Manipulationen seien in einem Gespräch mit der Stadtverwaltung ausgeräumt worden, betonte Schuldezernent Dr. Florian Ebeling.

Molzens Ortsbürgermeister Henning Gröfke aber hielt die Vorwürfe aufrecht und präsentierte eine interne Mappe, in denen Eltern von Fehlinformationen berichten. Aus Datenschutzgründen dürfe man diese aber nicht veröffentlichen. Im Zentrum der Kritik: Die damalige Schulleiterin Bärbel Brandt. Ausgerechnet sie lobte im Schulausschuss die Grundschule als eine Einrichtung, die mehr sei als nur eine Schule: „Sie ist Dorfmittelpunkt und trägt in großem Maße dazu bei, dass Dorfgemeinschaft gelebt werden kann.“

Das letzte Wort hat jetzt der Uelzener Stadtrat – in politischen Kreisen geht man davon aus, dass es quer durch die Parteien ein ganz enges Abstimmungsergebnis geben könnte.

Von Thomas Mitzlaff

Rubriklistenbild: © Archiv / Huchthausen

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