Molzen kämpft um seine Grundschule

Die Kinder fühlen sich in der Grundschule Molzen wohl. Doch die Zukunft des Standortes hängt in der Schwebe: Das Schulentwicklungs-Gutachten empfiehlt mittelfristig die Schließung.

Uelzen-Molzen - Von Bernd Schossadowski. Sie ist eine der fünf Grundschulen im Landkreis und zugleich die einzige in der Stadt Uelzen, die nach der Empfehlung des Gutachtens zur Schulentwicklung mittelfristig geschlossen werden sollte. Doch sowohl die Lehrer der Grundschule Molzen als auch der Ortsrat setzen sich entschlossen für den Erhalt des Schulstandortes ein. Jetzt hat das Kollegium einen Brief an Uelzens Bürgermeister Otto Lukat, an den Ersten Stadtrat Jürgen Markwardt und an Landrat Theodor Elster geschrieben. Darin wird die Bedeutung und Zukunftsfähigkeit der Molzener Schule hervorgehoben.

„Mit Verwunderung haben wir zur Kenntnis genommen, dass das Gutachten zu dem Schluss kommt, dass die Grundschule Molzen geschlossen werden soll“, heißt es in dem Schreiben, das die kommissarische Schulleiterin Hella Nottorf und ihre neun Kolleginnen unterzeichnet haben. Zurzeit besuchen 67 Kinder die Schule. Im Schulentwicklungs-Gutachten sei ersichtlich, dass diese Zahl bis zum Schuljahr 2015/16 lediglich um drei Prozent sinken werde. „Eine derartige Entwicklung lässt eine Schließung des Schulstandortes Molzen unseres Erachtens nicht zu“, erklärt das Kollegium in dem Brief.

Zudem werde in der Grundschule das Prinzip der Inklusion intensiv gelebt: Neun Kinder mit körperlichen, geistigen, sprachlichen oder Lern-Beeinträchtigungen werden dort zurzeit individuell gefördert.

Hella Nottorf ist auch überzeugt, dass der Einstieg in das schulische Lernen sowie die Vermittlung von sozialen Kompetenzen an kleinen Schulen besser gelingt als an großen. „2010 hat eine Schulinspektion mit überdurchschnittlich gutem Ergebnis für unsere Schule stattgefunden“, berichtet die Leiterin. Unter anderem das pädagogische Klima, die Leistungsanforderungen und -kontrollen sowie die Unterstützung der Schüler beim Lernen seien dabei als besondere Stärken hervorgehoben worden.

Nicht zuletzt habe die Stadt das Schulgebäude erst 2009 umfassend saniert, erinnert Hella Nottorf. Auch sei die Schule gut in das Dorfleben integriert, wie regelmäßige Projekte bewiesen. Kooperiert werde zudem mit dem SV Molzen, der Feuerwehr und dem Bäcker. „All diese Argumente sprechen für einen Erhalt der Grundschule Molzen und lassen uns positiv in die Zukunft blicken“, lautet das Fazit des Briefes.

Für Henning Gröfke (CDU) ist die mögliche Schließung der Schule eine reale Bedrohung. „Das müssen wir ernst nehmen und uns rechtzeitig dazu positionieren“, betonte er im Ortsrat. Wilhelm Spangenberg (SPD) berichtete, dass im Dorf Gerüchte über die Schließung kursierten, die bei vielen Bürgern Angst schürten. „So was ist nicht nötig, man sollte die Leute nicht wild machen“, sagte er.

Über die Zukunft der Grundschule Molzen diskutiert am Dienstag, 23. November, auch der Uelzener Schulausschuss. Die öffentliche Sitzung beginnt um 16 Uhr in Raum 101 des Rathauses.

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