Hamburger Senat beantwortet Anfrage zu HVV / Übergangstarif wird beraten

Modell steht zur Diskussion

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Bitte einsteigen: Die Diskussion um einen Übergangstarif für Pendler aus dem Kreis Uelzen nimmt heute Fahrt auf. Der Verkehrsausschuss berät ein erarbeitetes Modell.

Uelzen/Landkreis. Die Zahlen liegen nun auf dem Tisch – und das gleich in doppelter Ausführung. Die Einführung eines Übergangstarifs für Berufspendler aus dem Kreis Uelzen nach Hamburg würde den Kreis jährlich circa 60 000 Euro kosten.

Das geht sowohl aus der seit gestern vorliegenden Antwort des Hamburger Senats auf eine von der FDP-Senatorin Katja Suding gestellten Kleinen Anfrage zum HVV hervor (AZ berichtete) als auch aus Ausschuss-Unterlagen des Landkreises Uelzen. Denn für die heutige Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Landwirtschaft und des Verkehrs ist vorgesehen, dass über die Einführung eines Übergangstarifs beraten wird. Zur Diskussion gestellt wird das Modell für Fahrgäste, die mit der Bahn aus dem Landkreis Uelzen reisen und dann dort im HVV mit weiteren Verkehrsmitteln weiterfahren. Zurzeit werden dafür mindestens zwei Fahrkarten benötigt – das Lösen weiterer Tickets würde mit dem Übergangstarif wegfallen und die Pendler könnten günstiger reisen.

Der Vorschlag umfasst Jahresabonnements, Monatskarten und Wochenkarten für Erwachsene, Schüler und Auszubildende. Die Fahrgeldverluste der beteiligten Bahn- und Transportunternehmen durch die Einführung des Übergangstarifs müsste der Kreis und anteilig die Stadt Uelzen tragen. Dabei handelt es sich um die besagten 60 000 Euro.

Aus der Beantwortung der Kleinen Anfrage geht der Personenkreis hervor, der von einem solchen Übergangstarif profitieren könnte. Nach Auskunft des Senats pendelten in den Jahren zwischen 2007 und 2011 immer zwischen 1400 und 1500 Berufstätige nach Hamburg. Zum Vergleich: 2011 pendelten 242 Berufstätige von Hamburg in den Landkreis Uelzen. Jedoch stieg die Zahl der Berufspendler aus der Elbestadt seit 2007 jährlich kontinuierlich an. Was die Zahl möglicher Nutzer eines Übergangstarifs betrifft, so legte der Senat Zahlen aus den Kreisen Cuxhaven und Rotenburg (Wümme), in denen ein solches Modell Anwendung findet, vor. Demnach nutzten 2011 in Cuxhaven 140, in Rotenburg 289 Berufspendler den Übergangstarif.

Auf die Frage von Katja Suding zu möglichen Alternativen zu einem Übergangstarif nennt der Senat das HVV-Zeitkartenmodell, bei dem auf Abschnitten ausßerhalb des HVV-Gebietes Zeitkarten nach dem HVV-Tarif angeboten werden und den jeweils dort gültigen Tarif komplett ersetzen. Dem Landkreis Uelzen und weiteren Gebietskörperschaften sei dieses Modell angeboten worden, allerdings habe bislang nur der Heidekreis diese Variante eingeführt.

Rainer Fabel (FDP), der mit Katja Suding die Kleine Anfrage beim Senat angeschoben hatte, wollte gestern in Hinblick auf die anstehende Ausschuss-Sitzung heute ab 16.30 Uhr im Kreishaus keine Stellung beziehen, um „keinen Einfluss auf die Diskussion zu nehmen“. Fabel ist Vorsitzender des Gremiums.

Die schriftliche Antwort auf die Kleine Anfrage zum HVV ist im Internet in der Parlamentsdatenbank unter der Drucksache 6562 abzurufen.

Von Norman Reuter

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