„Ab in die Mitte“-Tag am Schnellenmarkt mit gelungenem Ambiente / Lotz: „Guter Anfang“

Altes Handwerk im alten Viertel

Kinderaktion beim Schmieden: Restaurator im Schmiedehandwerk Jürgen Neumann lässt die Kinder Florentina und Dominic mit Vater Rainer Alt kleine Schlüsselanhänger selbst prägen.

Uelzen. Das Flair vergangener Jahrhunderte bot der Historische Handwerkermarkt rund um den Schnellenmarkt am Wochenende.

Trendige Produkte aus altem Handwerk erschaffen – das zeigte die Filzerin Gesa Schmidtke-Kiefert aus Bad Bevensen.

Während der Schmied im rußigen Rauch seine Feuerstelle erhitzt, fallen auf der anderen Seite des Schnellen-Brunnens die ersten Holzspäne von der Drehbank des Drechslers – ein paar Meter weiter werden Tuchwaren aus echtem Leinen feilgeboten. So oder ähnlich muss man sich das Treiben im mittelalterlichen Uelzen auf diesem Platz vorstellen. Das Land Niedersachsen hatte die Stadt Uelzen als eine von neun Gewinnerinnen des Projektes „Ab in die Mitte!“ ausgezeichnet. Für den landesweiten Aktionstag zum Thema am 7. September hatten sich viele Kunsthandwerker auf dem Markt versammelt.

Passend dazu: Viertel nicht mehr im Abseits

„Das war ein guter Anfang“, freute sich Citymanager Joachim Lotz über das gelungene Ambiente. Sollte der Handwerkermarkt gut angenommen werden, wünscht er sich im nächsten Jahr noch weitere Gewerke am neu belebten Ort. Den Anfang hatte die Stadt mit der Umgestaltung des öffentlichen Raumes gemacht.

Drechslermeister Heino Schulz hatte schon früh viele Zuschauer am Schnellenmarkt. Fotos: Jansen

Nun greifen die anliegenden Gewerbetreibenden das Angebot auf. Für Glaser Thomas Neumann keine Frage. Gemeinsam mit seinem Sohn präsentierte er Sonnabend am Schnellen-Brunnen sein Handwerk. „Bleiverglasung“ stand auf dem Programm. Die Besucher wollten sehen und anfassen, eigene Erfahrungen mit den Fachleuten austauschen oder, wie Rainer Alt, „den Kindern zeigen, wie das früher war.“ Beim Restaurator für Schmiedehandwerk, Jürgen Neumann, durften die Kinder eigene Schlüsselanhänger herstellen oder Namensschilder aus Blech selbst prägen. „Das macht Spaß“, waren sich Florentina und Dominic einig, „und sie haben dabei viel gelernt“, freut sich auch Vater Rainer Alt.

Im kleinen Rahmen gut gestartet, gibt es für den nächsten Handwerker-Markt bereits weitere Interessenten, die in diesem Jahr noch nicht das umsetzen konnten, was sie sich vorgestellt hatten, da der Platz durch die Umbaumaßnahmen noch nicht ausreichte. Scherenschleifer, Hutmacher, Korbbinder und Reepschläger, der traditioneller Handwerkerberuf der Seilherstellung, könnten beim nächsten Mal dabei sein, erklärte Citymanager Lotz.

Von Angelika Jansen

Kommentare