Von Woche zu Woche

Miteinander in alle Richtungen ist nötig

Keine Diskussion um das Schützenhaus, keine Sorge um das Bürgerbüro, nein, aus Bad Bodenteich kommen in dieser Woche freudige Nachrichten. Der Flecken hat einen Investor für das ehemalige BGS-Gelände gefunden. Doch statt Freude beginnt ein politischer Hickhack.

Zwar nur kurz, aber es zeigt, dass auch bei positiven Meldungen die politischen Parteien nicht wie ein Mann hinter einem solchen Projekt stehen. Einige wollen sich den Erfolg gern auf die eigene Fahne schreiben, andere wiederum haben Angst, übergangen worden zu sein. Das politische Klima im Flecken ist nicht einfach. Doch Vorsicht: Absolute Mehrheiten gibt es nicht mehr. Ein Miteinander stünde allen besser zu Gesicht als ein Gegeneinander. Aber vielleicht ist man auch einfach vorsichtiger geworden, denn zu oft wurde eine Idee präsentiert, die sich hinterher als Nullnummer rausstellte. Dass aus dem BGS-Gelände ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt werden soll, mit dem der Ort rund 250 neue Einwohner gewinnen kann, ist eine Chance für Bad Bodenteich. Im August stellt es der Investor öffentlich vor. Dann wird man sehen, auf wie viel Rückhalt und Begeisterung die Idee trifft. Historisch gesehen steht die Umwandlung des ehemaligen BGS-Standortes in ein Wohnprojekt doch für ein positives Signal: Es gibt keine innerdeutsche Grenze mehr und keine direkte Bedrohung für die gesamte Region. Und so steht der Umbau doch eigentlich für eine Welt, die ein Stück weit friedlicher geworden ist. Wichtig ist jetzt nur, dass der gesamte Ort mitzieht und das Wohnprojekt nicht zu einem eigenen, in sich geschlossenen Dorf wird. Hier sind allerdings beide Seiten gefragt. Möglichkeiten bieten sich genug, das Gelände ist schließlich groß genug und hat einiges zu bieten. Und wer weiß, vielleicht findet das Schützenfest ja vielleicht doch irgendwann auf dem ehemaligen Gelände des Bundesgrenzschutzes statt. Platz und Gebäude gibt es schließlich genug.

Von Jörn Nolting

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