Gestern Abend Festakt zum 600. Geburtstag des Klinikums Uelzen

Mitarbeiter leben Tradition

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Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr zu Besuch einer Bewohnerin des Curanum in Uelzen.

Uelzen. „600 Jahre – das ist etwas besonderes. Insofern möchte ich dem Klinikum Uelzen mit meinem Besuch auch meine Anerkennung zollen." Kein Geringerer als Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr war es gestern Abend, der zum Festakt des Klinikums eigens vom Kabinettstisch in Berlin in die Lüneburger Heide gereist war.

Prof. Dr. Thomas Vogtherr

Denn schließlich, so der Politiker in seiner frei gehaltenen Rede vor fast 300 Gästen im Theater an der Ilmenau, biete ein solch außergewöhnlicher Geburtstag auch die Möglichkeit zum Innehalten. Denn: Trotz aller Probleme im deutschen Gesundheitswesen, trotz des immer wieder zu leistenen Spagats zwischen Fürsorge und Wirtschaftlichkeit müssten sich Verantwortliche und Patienten stets bewusst sein, dass die in Deutschland zur Verfügung stehenden medizinischen Einrichtungen nicht selbstverständlich seien. „Durch Wettbewerb kommen wir zu besseren Leistungen. Dabei dürfen die drei Z’s – Zuwendung, Zeit und Zärtlichkeit – nicht auf der Strecke bleiben“, betonte Bahr. Dass gute Medizin und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand gehen, habe sich spätestens mit dem Neubau des Klinikum vor knapp zehn Jahren erwiesen, ergänzte Wolfgang Phöhler, Vorstandsvorsitzender der Rhön-Klinikum AG, unter deren Trägerschaft das Krankenhaus am westlichen Rand des Sternviertels seit der Jahrtausendwende steht. Ärzte und Mitarbeiter hätten das Klinikum Uelzen zu einer Erfolgsgeschichte werden lassen. „Wir investieren, um Spitzenmedizin für Jedermann anbieten zu können“, erläuterte Phöhler das Credo des Unternehmens.

Bevor das Uelzener Krankenhaus privatisiert worden war, hatten in den Jahrhunderten zuvor die Kirche, die Stadt Uelzen und der Landkreis Uelzen als Träger fungiert. Und so unterstrichen sowohl Bürgermeister Otto Lukat als auch Landrat Heiko Blume die Bedeutung des Klinikums als „wichtigen Standortfaktor“. Die Basis dieses Standortfaktors würden die Mitarbeiter bilden. „Sie sorgen mit ihrem täglichen Einsatz am Patienten für den Fortbestand des Hauses, sie leben die Tradition“, machte Franz Caesar, Geschäftsführer des Klinikums, in seinen Begrüßungsworten deutlich. Dass diese Tradition in der „christlichen Nächstenliebe“ ihren Ursprung fand, stellte Prof. Dr. Thomas Vogtherr in seinem launig-informativen Festvortrag heraus. Der Professor für Geschichte des Mittelalters an der Universität Osnabrück und ehemalige Uelzener skizzierte die wechselvolle 600 Jahre lange Uelzener Krankenhausgeschichte – mit den jeweiligen gesellschaftlichen und medizinischen Entwicklungen.

Zu den Entwicklungen gehört auch der demografische Wandel und der damit einhergehende Alterungsprozess der Bevölkerung. In dem Zusammenhang hatte sich Gesundheitsminister Bahr vor dem Festakt bei einer Stippvisite im Curanum St.Viti Standard und Probleme im Pflegebereich von Leiterin Undine Podewils schildern lassen. Gerade die Fachkraftquote mache den Einrichtungen zu schaffen, nahm Podewils den Politiker bei seinem Rundgang durch die Einrichtung in die Pflicht. Bahr versprach sich zu kümmern und lud Podewils und die 91-jährige Ilse Penning aus dem Bewohnerbeirat spontan zu einem Gegenbesuch in sein Ministerium nach Berlin ein.

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Von Andreas Becker

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