Flüchtlingskinder: Anzeige nach Oralverkehr / Mutmaßliche Täter strafunmündig

Missbrauch in Uelzener Flüchtlingsunterkunft

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Die Flüchtlingsunterkunft an der Nothmannstraße wird vom DRK betrieben.

sk Uelzen. Der Vorfall ereignete sich bereits im November in der Flüchtlingsunterkunft an der Uelzener Nothmannstraße – und er kommt erst jetzt ans Licht, weil ein Mitarbeiter der Einrichtung die AZ informierte:

Ein fünfjähriges Mädchen ist in dem Flüchtlingsheim sexuell missbraucht worden – von zwei acht und zwölf Jahre alten Jungen. Sie zwangen das kleine Kind zum Oralverkehr.

Bislang hatten der Landkreis Uelzen als Verantwortlicher für die Unterbringung von Flüchtlingen und das Rote Kreuz (DRK) als Betreiber der Unterkunft an der Nothmannstraße stets betont, dass es dort ein absolut friedliches Miteinander gebe. Zunächst wurde auf Nachfrage der Vorfall eingeräumt: Man habe deshalb damals die Polizei und das Jugendamt eingeschaltet. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen die mutmaßlichen Täter mittlerweile eingestellt – sie sind jünger als 14 Jahre und somit strafunmündig. Der Landkreis erklärte auf Nachfrage nur vage, dass das Jugendamt „mit Gesprächen vor Ort“ und weiteren Maßnahmen tätig geworden wäre. Welche konkret das sind, wurde nicht beantwortet.

Das DRK teilte über Pressesprecherin Meike Karolat mit, dass die Ordnungskräfte in Fällen von körperlichen Übergriffen die Anweisung hätten, die Polizei zu benachrichtigen. Sollten Jugendliche betroffen sein, werde immer das Jugendamt mit einbezogen. Ferner hieß es von Polizeisprecher Kai Richter, dass außer des sexuellen Übergriffes nichts strafrechtlich Relevantes aus der Unterkunft bekannt sei.

Zur Situation in der Nothmannstraße ergänzte das DRK: Die Bewohner der Unterkunft würden von den Mitarbeitern darauf hingewiesen, dass Übergriffe auf Kinder verboten seien. Sobald ein Fall bekannt würde, suchten die Mitarbeiter das „konfrontierende Gespräch“ mit den Eltern.

Von Steffen Kahl

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