Anklage gegen Insassen / Ein Beschuldigter nach Uelzen verlegt

Missbrauch in Jugendhaft

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Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz und JVA-Leiterin Sabine Hamann in der neuen Uelzener Jugendhaft.

dib Braunschweig/Uelzen. Gegen sieben Häftlinge, die in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Wolfenbüttel einen Jugendlichen misshandelt haben sollen, ist Anklage erhoben worden.

Sie müssen sich vor der Jugendkammer des Landgerichts Braunschweig wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung in der Zeit von Mai bis Juli 2013 verantworten. Einer der Angeklagten befindet sich nun in der Uelzener Jugendhaftabteilung, bestätigt Staatsanwältin Birgit Seel aus Braunschweig auf AZ-Nachfrage. Die anderen Beschuldigten befinden sich ebenfalls wegen anderer Verfahren noch in Haft, allerdings in unterschiedlichen Gefängnissen. Getrennt von ihnen sitzt auch das Opfer der mutmaßlichen Missbrauchstaten noch in einer Jugendanstalt seine Strafe ab.

Nachdem der Mithäftling einer Anstaltspsychologin anvertraut hatte, Opfer eines Missbrauchs geworden zu sein, hatte das Justizministerium die Jugenduntersuchungshaft in der Braunschweiger Abteilung der JVA Wolfenbüttel schließen lassen. Im Dezember war eine Abteilung in der JVA Uelzen mit 15 Plätzen für Jugendliche und Heranwachsende eröffnet worden. Wegen der räumlichen Gegebenheiten hätten die Überwachungsmöglichkeiten in der Braunschweiger Jugendhaft nicht ausgereicht, erklärte Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz damals bei der Eröffnung der Uelzener Station.

Zwei der sieben Angeschuldigten sollen für alle drei Taten verantwortlich sein, drei von ihnen für zwei Taten, und zwei seien an einer Tat beteiligt gewesen, berichtet Seel. Neben gemeinschaftlichen Schlägen werden ihnen auch sexuelle Misshandlungen des zur Tatzeit 17-jährigen Mitgefangenen vorgeworfen. Die Angeschuldigten haben laut Staatsanwaltschaft die Taten abgestritten oder keine Angaben zur Sache gemacht. Die mutmaßlichen Taten würden im Fall eines Erwachsenen mit mindestens fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden, auch für die Jugendlichen und Heranwachsenden würde es erhebliche Jugendstrafe bedeuten.

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