Ministerin unterschätzt Zahl der Wölfe im Landkreis

Uelzen/Landkreis. Da war die Ministerin schlecht informiert. „Wir müssen mit dem Wolf leben“, hatte Barbara Hendricks bei der Vorstellung des Berichts zur biologischen Vielfalt erklärt. Die Äußerung „Westlich der Elbe gibt es einen einzigen männlichen Wolf“  sorgte jedoch für Kopfschütteln.

 „So ein Schwachsinn. Wo wir im Kreis Uelzen 30 registrierte Wölfe haben“, wundert sich Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge.

Auf Nachfrage räumte das Bundesumweltministerium ein, dass es mehrere Rudel westlich der Elbe gibt. Fakt bleibe aber, dass für den Wolf der Status Rot – gefährdet – gelte.

Wolfsberater Theo Grüntjens bestätigt, dass im Landkreis Uelzen 30 Wölfe durch DNA-Probe, eindeutige Fotos oder Expertenbeobachtung offiziell nachgewiesen sind, tatsächlich könnten es bis zu 35 Exemplare sein.

Von den drei Rudeln in Munster, Bergen und im Wendland erstreckt sich vor allem das Revier des ersten weit in den Landkreis. In Eschede wurde zudem im Februar ein Paar nachgewiesen. „Insofern gibt es ab April wahrscheinlich ein viertes Rudel“, meint Grüntjens.

Dass in Zukunft mehr Nutztiere dem Wolf zum Opfer fallen – im vergangenen Jahr wurden in Grünhagen 14 Schafe gerissen –, glaubt der Wolfsberater nicht: „Die Schafhalter fangen an, ihre Tiere zu schützen. Daher werden die Zahlen hoffentlich nicht hochgehen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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