5,5 Millionen für Ukraine

Einer ganzen Referenten-Riege erteilte Ratsvorsitzender Ralf Munstermann (2.v.l.) gestern Abend das Wort.

Uelzen - Von Marc Rath. Die Stadtwerke Uelzen werden ihre Investitionen in das umstrittene Landwirtschafts-Projekt in der Ukraine bis maximal 5,5 Millionen Euro ausweiten.

Diese Zahl gab gestern Abend auf der Sondersitzung des Stadtrates der Geschäftsführer der mit dem Geschäft betrauten SBE-Holding GmbH, Falk-Wilhelm Schulz, bekannt. Schulz bestätigte, dass bislang „etwas mehr als vier Millionen Euro“ von den Stadtwerken in das Projekt gesteckt worden sind. Die zusätzliche Summe sei vom Aufsichtsrat als maximale Grenze bewilligt worden, „um das Einfahren der Ernte sicher zu stellen“. Die gleiche Summe investieren als Partner die Stadtwerke Schwäbisch Hall in das Projekt. 15 Prozent davon sind von Banken finanziert, hieß es auf Nachfrage.

Die Diskussion um das in den roten Zahlen steckende Investment hatte gestern Abend mehr als 100 Zuschauer ins Rathaus gelockt. „So viele waren noch nie hier“, staunte Ratsvorsitzender Ralf Munstermann (SPD).

Der zweite SBE-Geschäftsführer Claus Dieter Lang kündigte an, dass die Gesellschaft bis 2011 eine „Betriebsgröße von 7000 Hektar“ anstrebe. Die SBE hat bislang 11 600 Hektar angepachtet. Rund die Hälfte der Flächen liegen jedoch brach.

Im vorigen Jahr sei die Ernte hinter den Erwartungen zurückgeblieben, räumten Schulz und Lang ein. Durch „mehrere Optimierungen“ wollen die Geschäftsführer 2011 „eine schwarze Null schreiben“. Die millionenschweren Investitionen sollen bis 2018 an die Gesellschafter zurückgezahlt werden, blickte Lang voraus.

Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Schümann räumte auf Nachfrage ein, dass das Ukraine-Investment „nicht zwingend nötig ist, um die Wettbewerbsfähigkeit der Stadtwerke zu gewährleisten“. Negative Folgen bei einem Scheitern schloss er für die Kunden jedoch aus. Bürgermeister Otto Lukat (SPD) bezeichnete zum Auftakt das Engagement „als eine vernünftige Option, um im Wettbewerb mithalten zu können“. Die Stadt und ihre Werke befänden sich weder in einer Verteidigungsposition noch sei eine Rechtfertigung notwendig.

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