Millionen-Pläne für Uelzen

Sven Buhrmann, Leiter der Uelzener Zuckerfabrik, zeigt die gepressten Rübenschnitzel. Diesen wird zuvor im Verdampfungstrockner (links im Hintergrund des Fotos) das Wasser entzogen. Nun will das Werk eine zweite Anlage dieser Art anschaffen.

Uelzen - Von Bernd Schossadowski. Mit Investitionen in Millionenhöhe will die Uelzener Zuckerfabrik dem sich verschärfenden Wettbewerb auf dem Zuckermarkt begegnen. Die geplanten Ausgaben sind Teil des Effizienzprogramms „Ertragskraft plus“, das die Nordzucker AG ihren mitteleuropäischen Werken verordnet hat. Das konzernweite Ziel bis zum Jahr 2015 lautet, dauerhafte Einsparungen von 67 Millionen Euro pro Jahr zu erzielen.

„Wir wollen das aber nicht dadurch erzielen, dass wir den Gürtel enger schnallen, sondern durch Investitionen, die sich für uns rentieren“, erklärt Sven Buhrmann, Leiter der Uelzener Zuckerfabrik. Für ihn steht fest: „Ohne Geld in die Hand zu nehmen, werden wir die Effizienz nicht erhöhen können.“

So sieht das Konzept des Uelzener Nordzucker-Werkes unter anderem den Einbau eines weiteren Verdampfungstrockners vor. Dieser kostet, inklusive zweier Rüben-Schnitzelpressen und einer Gegendruckturbine, insgesamt 15,1 Millionen Euro. Zur Rübenkampagne 2012 soll die Anlage, in der das Wasser aus den Press-Schnitzeln verdampft, in Betrieb gehen.

Der neue Verdampfungstrockner hat keine Wärmeverluste mehr und benötigt nur noch ein Drittel der herkömmlichen Energie zur Trocknung der Rübenschnitzel. „Dadurch können wir etwa drei Millionen Euro Energiekosten pro Jahr einsparen“, sagt der Werksleiter. Der Kauf der Anlage würde sich somit in fünf Jahren rentieren.

„Wir müssen uns auf der Kostenseite optimal aufstellen“, betont Buhrmann. Nach den Rohstoff- und Personalkosten sei der Energieverbrauch der größte Ausgabenposten der Zuckerfabrik. Die geplante Investition ist laut Buhrmann daher „ein wichtiger Schritt, um konkurrenz- und zukunftsfähig Zucker in Uelzen zu produzieren“.

Doch ganz ohne Personalabbau lässt sich das Effizienzprogramm vor Ort auch nicht umsetzen. So sollen die Stellen von vier Mitarbeitern, die in den kommenden Jahren in Altersteilzeit gehen, nicht wiederbesetzt werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind nach den Worten von Buhmann hingegen nicht geplant. Insgesamt zählt das Uelzener Werk derzeit 270 Beschäftigte.

Welche Investitionen vor Ort noch geplant sind, lesen Sie am Sonnabend in der AZ.

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