Gewerbesteuer bricht weiter ein

8,8 Millionen Loch im Stadthaushalt

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Turbulente Zeiten: Uelzener Nordzucker-Werk.

Uelzen. Die Stadt Uelzen muss ihre Haushaltsprognose für das Jahr 2015 nochmals nach unten korrigieren: So tut sich aktuell ein Finanzloch von 8,8 Millionen Euro auf. Im November war man im Rathaus noch von einem Minus in Höhe von rund 6,1 Millionen Euro ausgegangen.

Ursache ist ein dramatischer Einbruch bei der Gewerbesteuer, der Haupteinnahmequelle der Stadt. Während 2013 noch rund 25 Millionen und vergangenes Jahr etwa 20 Millionen Euro Gewerbesteuer in den Stadthaushalt geflossen sind, werden es 2015 voraussichtlich nur 13,4 Millionen Euro sein.

„Einen so massiven Rückgang hat Uelzen bislang nicht erlebt“, sagt der Erste Stadtrat Florian Ebeling. Ein Rückgang bei der Gewerbesteuer sei ein landesweiter Trend, doch Uelzen treffe dies nach den erfolgreichen Jahren 2012 bis 2014 besonders stark.

Dabei schlagen nach AZ-Recherchen vor allem ausbleibende Zahlungen der Nordzucker zu Buche.

So räumt deren Vorstandsvorsitzender Hartwig Fuchs in einem internen Rundschreiben ein, dass das Unternehmen einem ruionösen Wettbewerb in Europa Tribut zollen müsse: „Derzeit verdienen wir kein Geld“, schreibt Fuchs. „Es herrscht ein brutaler Verdrängungswettbewerb um Marktgebiete und Kunden, der diesen Preisverfall ausgelöst hat.“

Fuchs geht davon aus, „dass von den 26 Produzenten mit 116 Fabriken in drei bis fünf Jahren nur noch vier bis sieben Produzenten mit weniger Fabriken übrig bleiben.“ Das Jahr 2015/16 werde „das vermutlich schwierigste überhaupt“, befürchtet der Vorstandsvorsitzende.

Deshalb will Nordzucker seine Organisationsstruktur komplett umbauen und plant ein neues „Effiziensprogramm“. Ziel: Das Unternehmen soll verschlankt werden.

Derweil berät am Donnerstag in Uelzen der neue städtische Haushaltsausschuss nicht öffentlich über die Konsequenzen aus dem Millionenloch.

Von Thomas Mitzlaff

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