Das Land Niedersachsen unterstützt den Breitbandausbau in unterversorgten Gebieten des Kreises

Fünf Millionen Euro für Uelzens digitale Zukunft

+
Betrag bewilligt: Der Landkreis erhält für den flächendeckenden Breitband-Ausbau nach Bundesmitteln und NBank-Kredit nun fünf Millionen Euro vom Land Niedersachsen.

Uelzen. Von einem „schönen Tag für Uelzen“ sprach Landrat Dr. Heiko Blume am Mittwoch angesichts des Besuches von Landeswirtschaftsminister Olaf Lies (SPD).

Denn der hatte einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 5 Millionen Euro für den Glasfaserausbau in den unterversorgten Gebieten im Landkreis Uelzen im Gepäck.

Blume verwies auf die bisher bereits bewilligten 12,5 Millionen vom Bund und die Kreditbewilligung der NBank für das Großprojekt und konstatierte: „Mehr geht im Moment nicht.“ Nach der Ausschreibung des Projektes für Tiefbauunternehmen werde der Baubeginn 2017 erfolgen und die ersten Haushalte angeschlossen. Datenleitungen mit 100, 200 oder 500 Mbit/Sekunde würden möglich. Blume: „Wir fangen da an, wo andere aufhören.“

Als unterversorgt bezüglich der schnellen Anbindung ans Internet gelten weite Teile des Landkreises. Diese wurden im Rahmen des Projektes in elf sogenannte „Cluster“ eingeteilt. Da die Versorgung dieser Gebiete mit Leitungen, die die schnelle Übertragung von großen Mengen digitaler Daten ermögliche, von Telekommunikationsunternehmen als unrentabel eingestuft wurden, entschloss sich der Landkreis zu dem Ausbau in Eigenregie.

Olaf Lies.

Uelzen ist der erste Landkreis Niedersachsens, der ein derartiges Projekt in Angriff nimmt – und entsprechend gefördert wird. Minister Lies lobte die Vorreiterrolle des Kreises als mutige „Pionierarbeit“ und stellte die Bedeutung des Projektes heraus: „Die Versorgung mit Breitband-Internet ist ein elementarer Punkt im Standort-Wettbewerb.“ Man dürfe in diesem Zusammenhang – Stichwort A 39 – die klassische Infrastruktur nicht aus den Augen verlieren, aber der Ansatz, die Glasfaser-Versorgung direkt bis zu den Haushalten zu legen, garantiere „jetzt schon Zukunftsfähigkeit“.

Digitaler TV-Konsum, Cloud-basierte Software-Anwendungen, aber auch Home-Office-Modelle, Möglichkeiten im Bereich Telemedizin wie Videokonferenzen mit dem Herzspezialisten beim Hausarzt oder die Überwachung von Herzschrittmachern in Echtzeit – Gegenwart und Zukunft hielten für Privatpersonen und Unternehmen reichlich Einsatzmöglichkeiten für gute Internetverbindungen bereit.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann nannte als konkretes Beispiel einen kleinen Elektro-Markt im Landkreis, der aufgrund einer schlechten Internetverbindung seine Warenbestellung nur schlecht hinbekäme. Es gehe, so Lühmann, auch darum, „den lokalen Einzelhandel zu halten“. Ganz zu schweigen von großen Unternehmen im Kreis und der Lebensqualität seiner Bewohner.

Der Landrat betonte, dass er den Breitbandausbau für „ein ganz, ganz wichtiges Zukunftsthema halte und warb für die Unterstützung des Projektes durch die Uelzener – 60 Prozent der Haushalte in einem Cluster müssen sich für einen Anschluss beim Versorgungspartner Lünecom entscheiden, sonst würde das ganze Cluster nicht angeschlossen.

Minister Lies betonte noch einen anderen Aspekt: „Reingrätschen geht nicht!“ Zuletzt hatte die Telekom angekündigt, zum geplanten Projekt doch teilweise in Konkurrenz zu treten. Er teilte mit, prüfen zu wollen, inwiefern auf das Unternehmen Druck ausgeübt werden könne. Lies räumte aber ein, dass es sich bei der Telekom um ein „politisches Schwergewicht“ handele.

Von Steffen Kahl

Kommentare