Als Mieter am Tropf der Stadt

Rund 800 Einwohnern hat die Stadt Uelzen im Jahr 2010 finanzielle Unterstützung für die Miete gewährt. Das waren etwa 300 mehr als im Jahr zuvor. Foto: dpa

Uelzen. Immer mehr Uelzener sind bei der Zahlung ihrer Miete auf die Unterstützung des Staates angewiesen: Musste die Stadt Uelzen im Jahr 2009 noch rund 500 Einwohnern bei der Finanzierung der Wohnung unter die Arme greifen, so waren es im vergangenen Jahr schon rund 800.

Das teilte die Uelzener Stadtverwaltung auf Anfrage mit. Mit diesen Zahlen liegt die Uhlenköperstadt im Trend: Bundesweit stieg die Zahl der Bedürftigen seit 2009 um 47,2 Prozent, in Niedersachsen waren es durchschnittlich 44 Prozent.

Hintergrund für diese Entwicklung ist die Wohngeldreform aus dem Jahr 2009, nach der sich unter anderem der Anteil des Staates an der Miete erhöht hat und bei der vor allem Rentner und Arbeitslose zu den Gewinnern zählen. Rund 370 Rentner, 330 Arbeitnehmer, 90 Arbeitslosengeld-Empfänger und Kinder einer Hausgemeinschaft sowie zwölf Studenten waren 2010 in Uelzen empfangsberechtigt für Wohngeld. Diese Unterstützung errechnet sich durch die jeweilige Mietstufe, die Anzahl der zum Haushalt gehörenden Personen sowie dem Brutto-Einkommen.

Hinter den genannten Zahlen verbergen sich aber viel mehr Nachfragen. So wurden 2244 Bürger vergangenes Jahr mit dem Wunsch nach Unterstützung für die Miete im Uelzener Rathaus vorstellig. 910 stellten einen Antrag – ein Plus zur Zeit vor der Reform um rund 55 Prozent.

Die Ausgaben für Mietzuschüsse stiegen gar um 174 Prozent auf knapp 850 000 Euro – Geld, das kaum die Stadtkasse belastet, sondern vom Land überwiesen wird.

Wer wissen will, ob er zuschussberechtigt ist, kann dies auf der Homepage der Stadt unter www.uelzen.de herausfinden. Über den Link „Bürgerservice“ gelangt man zu einem Wohngeldrechner.

Von Thomas Mitzlaff

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