Falsche Hellseherinnen agieren bundesweit – Opfer vor allem Seniorinnen

Der miese Trick mit dem Ei

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Mit diesen Phantombildern suchte die Polizei schon 2013 nach den Frauen. Jetzt haben sie offenbar in Uelzen wieder zugeschlagen.

Uelzen. Sie wollten Bargeld, als „Gegenleistung“ haben zwei Trickbetrügerinnen einer 75-jährigen Uelzenerin mit einem Ei über den Kopf gestrichen.

Eine schwarze Verfärbung des Hühnereies bei diesem Ritual soll die angebliche Hellseherin des Duos dann für die Seniorin gedeutet haben. Danach verschwanden die Täterinnen mit mehreren hundert Euro – und bei der Polizei ging kurz darauf eine Meldung ein.

Die Beamten suchen nun nach den beiden etwa 60 und 35 Jahre alten Frauen. Zugleich warnt die Polizei erneut vor verschiedensten Formen von Trickbetrug, wie zum Beispiel mit Schamanen-Handlungen oder handwerklichen Tätigkeiten. Erst Mittwoch vergangener Woche hatten zwei Frauen einer 85-Jährigen in Uelzen ein Sparbuch, eine EC-Karte und Bargeld gestohlen.

Mit diesen Phantombildern suchte die Polizei schon 2013 nach den Frauen. Jetzt haben sie offenbar in Uelzen wieder zugeschlagen.

Im jüngsten „Ei-Fall“, der sich am Montagmittag ereignete, war das Opfer der miesen Betrugsmasche eine russisch-sprachige Uelzenerin, die beim Einkaufen in der Innenstadt von der etwa 1,55 Meter großen 60-Jährigen auf Russisch angesprochen wurde. Die angebliche Hellseherin soll von untersetzter Statur sein und ihre blond gefärbten Haare zu einem Zopf zusammengebunden haben. Nach Zeugenaussagen trug sie einen weißen Strickpullover mit schwarzen Streifen auf dem Rücken. Die schlanke etwa 35-Jährige wird auf 1,70 Meter sich geschätzt, habe die blonden Haare als Dutt getragen und sei mit schwarzer Hose, heller Sommerjacke und dunkler Handtasche bekleidet gewesen.

Es handelt sich offenbar um dasselbe Duo, das auch schon in anderen Orten zugeschlagen haben soll. Im Juni vergangenen Jahres betrog es mit unheilvollen Prophezeiungen und Zaubersprüchen eine Frau in Lüneburg, im Oktober jemanden in Soltau. Ähnliche Taten ereigneten sich in diesem Jahr auch in Hessen, so dass die Ermittler von bundesweit agierenden Täterinnen ausgehen.

Von Diane Baatani

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