Miese Stimmung in der CDU

Hans-Bernd Kaufmann

Bad Bevensen - Von Ines Bräutigam. Er hatte bereits bei seinem Antritt vor zwei Jahren angekündigt, nur für eine begrenzte Zeit zur Verfügung zu stehen. Doch dass Hans-Bernd Kaufmann, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Bevensen, und sein komplettes Vorstandsteam bei der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend nicht zur Wiederwahl standen, hatte noch andere Gründe. Denn die anfangs gesteckten Ziele, jüngeren Menschen den Weg in die Politik zu ebnen und für eine größere Transparenz politischer Entscheidungen einzutreten, hätten er und seine Vorstandskollegen nur teilweise erreichen können.

Schuld daran sei maßgeblich eine fehlende Zusammenarbeit von Stadt- und Samtgemeinderatsfraktion mit der Partei. „In der CDU-Stadtratsfraktion befinden sich alle Schlüsselfunktionen in den Händen von wenigen Personen – wie sollen Leute da in Verantwortung hineinwachsen?“ kritisierte Kaufmann. Auf Samtgemeindeebene sehe es nicht besser aus: Es fehlen Gesprächs- und Diskussionsbereitschaft, um andere Standpunkte zu reflektieren. „Es gab zwischen Samtgemeinderatsfraktion und Ortsverbänden so gut wie keine Gespräche“, stellte er den Christdemokraten ein Armutszeugnis aus. „Mit bloßen Abstimmungsentscheidungen wird auf die Dauer jede Initiative erstickt und führt zu Frustration. Hinzu kommt die bedenkliche Art von Entscheidungsvorbereitungen.“

Auch die Transparenz politischer Entscheidungen in Bad Bevensen, so hielt Kaufmann den 28 anwesenden Mitgliedern an diesem Abend im Hotel Fährhaus vor, lasse erheblich zu wünschen übrig. Er machte dies vor allem an einem Beispiel fest: Erst nachdem alle Räte der Samtgemeinde der Fusion mit der Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf zugestimmt hätten, sei eine Bürgeranhörung veranstaltet worden. Mögliche Anregungen konnten da längst nicht mehr berücksichtigt werden. In Sachen Kurhaus-Neubau fehle bis heute eine Vergleichsrechnung dafür, was eine Sanierung kosten würde. „Die Beispiele mangelnder Information oder Halbinformation – durch Weglassen wichtiger Details – könnten beliebig ergänzt werden“, so Hans-Bernd Kaufmann.

Ergänzen wollte hierzu aber Heinrich Bergel noch einiges. Das CDU-Urgestein und langjähriger Stadtratsfraktionsvorsitzender wusch den Christdemokraten in einer sehr emotionalen Gardinenpredigt gehörig den Kopf. Die missratene Politik machte er an einigen Beispielen fest: So sei das Hick-Hack um den Bevenser Umweltpreis schlichtweg eine peinliche Vorstellung gewesen. „Das ist das Albernste überhaupt, wie oft sich die Fraktion damit beschäftigt hat“, wetterte er, „das Ding gehört abgeschafft!“

Die Leitbild-Konferenz für Bad Bevensen sei ein einziger „Flop“, weil nichts aus diesem Hochglanzprogramm umgesetzt worden sei. „Aber das hat uns 80 000 Euro gekostet“, schüttelte Bergel den Kopf. Ebenso verhalte es sich mit dem Bürgeramt, das für viel Geld eingerichtet worden sei. „Aber wo ist es?“ wollte Bergel wissen und gab sich die Antwort selber: „Ach ja, Da ist eine Glaswand am Eingang des Ämterzentrums, aber man sieht niemanden. So ein Schwachsinn!“

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