Betrieb am Fischerhof schließt heute / Etwa 25 Angestellte verlieren Job

Aus für Metzger Moritz

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Heute wird die Metzgerei an der Straße „Am Funkturm“ ihre Türen für immer schließen. Mit einem Direktverkauf war in den vergangenen Monaten im Insolvenzverfahren noch versucht worden, den Betrieb am Leben zu halten, damit sich ein Investor findet.

Uelzen. Ein Uelzener Traditionsunternehmen schließt heute für immer seine Türen: die Metzgerei Moritz. Im Spätsommer hatte der Fleischereibetrieb mit Sitz an der Straße „Am Funkturm“ in Uelzen Insolvenz angemeldet.

Der Versuch, ihn mit Hilfe eines neuen Eigentümers wieder wettbewerbsfähig zu machen, ist laut Insolvenz-Verwalter Nikolai Manke gescheitert.

Seit 1927 produzierte die Metzgerei Moritz nach eigenen Angaben in Uelzen Wurst- und Fleischprodukte. Etwa 25 Beschäftigte verlieren nun ihre Arbeitsstellen. Dem Unternehmen seien nach und nach Großabnehmer weggebrochen, erläutert Nikolai Manke gegenüber der AZ. Zuletzt habe es keine Auslastung mehr gegeben und auch kein Kapital mehr, um die überalterten technischen Anlagen und Immobilien auf den neuesten Stand zu bringen. „Die Probleme haben sich über Jahre entwickelt“, so der Rechtsanwalt.

Im Insolvenzverfahren habe man so lange wie möglich noch „die Vitalität des Unternehmens“ erhalten wollen – ein Direktverkauf für Uelzener Kunden wurde im Metzgereiladen angeboten. „Das Hauptinteresse bestand darin, durch einen noch laufenden Betrieb einen Investor zu finden, der die Metzgerei komplett übernimmt – mit den Beschäftigten“, berichtet der Insolvenzverwalter weiter. Gespräche dazu hätten sich zerschlagen. „Jeder potenzielle Interessent hat bei den nötigen Investitionen in den Betrieb abgewunken.“

Dass mit dem Insolvenzverwalter kein vernünftiges Gespräch möglich gewesen sei, kritisiert Rainer von Holst, Aufsichtsratsvorsitzender der Aktiengesellschaft Firmenwelten, zu der mehr als 50 Unternehmen gehören. Darunter gebe es auch Unternehmen zur Wurst-herstellung, schildert von Holst. Er habe in die Uelzener Metzgerei investieren wollen, sagt er – auch aus der Verbundenheit zur Stadt. Von Holsts Frau stammt aus Uelzen. „Aber bis zu Verhandlungen ist es gar nicht erst gekommen“, erklärt er. Mit dem Aus des Betriebes habe er nun das Interesse verloren, weil der Wert der Metzgerei im Vertriebsnetz und nicht in den Anlagen gelegen habe.

Nikolai Manke sagt, auf die Kritik angesprochen, dass es immer wieder vermeintliche Interessenten gegeben habe. Allerdings hätten diese keine konkreten Angaben zu einem Konzept für die Metzgerei machen können oder seien nur an der Ausschlachtung interessiert gewesen.

Von Norman Reuter

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