Metronom will weiter wachsen

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Der Metronom will beim Fahrkartenverkauf nicht länger am Tropf der Bahn hängen, sondern bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 ein eigenes Vertriebsnetz mit Automaten auf allen Bahnhöfen und Schaltern an vielen Stationen aufbauen. Das gab die Geschäftsführung gestern bekannt. Verbunden sei das mit einer Aufstockung des Personals, „nach ersten groben Planungen von derzeit 320 auf etwa 400 Mitarbeiter“, sagt Metronomsprecherin Maxi Mohr.

Die Ankündigung ist Teil einer Pressemitteilung, die die Uelzener Eisenbahngesellschaft gestern als Reaktion auf einen Brandbrief der Belegschaft herausgab. In dem Schreiben an Bundes- und Landespolitik hatten Mitarbeiter als Folge der Entlassung beider Geschäftsführer ihre Befürchtung geäußert, dass das Unternehmens nunmehr zerschlagen werden könne und in seiner Existenz bedroht sei.

Das entbehre jeder Grundlage, betonte der Interims-Geschäftsführer Wolfgang Birlin. Der Metronom sei das Aushängeschild eines erfolgreichen wettbewerblichen Geschäftsmodells. „Man wäre schlecht beraten, hieran etwas zu ändern“, so Birlin.

Derweil pocht Niedersachsen bei einer Übernahme des britischen Verkehrskonzerns Arriva durch die Deutsche Bahn auf eine Wahrung des Wettbewerbs im öffentlichen Nahverkehr. Das Land wolle in der kommenden Woche seine Bedenken beim Bundeskartellamt vorbringen, bestätigte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Dabei gehe es um den Schienen- und Busverkehr. Arriva ist in Niedersachsen Mehrheitseigner des privaten Bahnunternehmens Metronom.

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