Bombenfunde: Unternehmen muss für Ersatzverkehr zahlen

Metronom trägt Kosten

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Pendler wurden auf eine harte Probe gestellt. Dreimal waren sie wegen Bombenfunden länger unterwegs.

Uelzen. Für die Uelzener Eisenbahngesellschaft Metronom sind die Bombenfunde in einem Lüneburger Gewerbegebiet eine kostspielige Angelegenheit.

Wie gestern die Metronom-Sprecherin Birte Athing auf AZ-Anfrage erklärte, hat die Eisenbahngesellschaft die Kosten für die nötigen Streckensperrungen und den damit verbundenen Schienenersatzverkehr selbst zu tragen. Die Bombenfunde müssten als höhere Gewalt angesehen werden, sagte Athing, und laut Gerichtsurteilen seien in einem solchen Fall die Kosten von den Eisenbahngesellschaften zu bezahlen. Sie könnten nicht abgetreten werden.

In den vergangenen zwei Wochen waren im Lüneburger Neubaugebiet an der Wittinger Bahn drei Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden, die noch am Tage des Fundes jeweils gesprengt wurden. Dafür wurde jeweils auch die Bahnstrecke zwischen Uelzen und Lüneburg gesperrt. Der Metronom beauftragte Busunternehmen, die zwischen Bienenbüttel und Lüneburg verkehrten, dabei Hunderte von Pendlern und Reisenden mitnahmen. Eine Abrechnung für den Einsatz der Busse sei bislang nicht erfolgt, weswegen noch keine genauen Kosten zu nennen seien, so Metronomsprecherin Birthe Athing. Für den Schienenersatzverkehr im gesamten vergangenen Jahr habe die Eisenbahngesellschaft aber mehr als eine viertel Million Euro aufbringen müssen, nannte sie einen Richtwert.

Die Bombenfunde bedeuten für das Unternehmen nicht nur Kosten, auch Betriebsabläufe geraten durcheinander. Weil wegen der Streckensperrungen Züge in Bienenbüttel und Lüneburg wenden müssten und nicht ihre eigentlichen Ziele anfahren könnten, müssten beispielsweise Überholungen in dem Betriebswerk neu terminiert werden. Auch Überstunden seien nicht auszuschließen.

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