Mensch 2013: Ehrenamtliches Team unterstützt Jugendmigrationsdienst Uelzen

Hand in Hand für Integration

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Das Helferteam des Jugendmigrationsdienstes Uelzen leistet pro Jahr fast 5000 Stunden ehrenamtliche Arbeit.

Uelzen. Sein Anliegen ist, die Integration von Migranten in unserer Gesellschaft zu fördern. Doch diese Aufgabe könnte der Jugendmigrationsdienst (JMD) Uelzen ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer nicht bewältigen, erklärt die JMD-Leiterin Sylvia Helms.

Sie schlägt deshalb vor, das engagierte Team mit einem Preis bei „Mensch 2013“ zu belohnen. Es ist eine Aktion der AZ und der Sparkasse Uelzen/Lüchow-Dannenberg mit dem Volkswagen Zentrum Uelzen.

So wie Annika Quednau, ihre Schwester Svenja Quednau, Nora Khamis, Lukaz Nowack und Sükrije Qaumi versucht jeder Einzelne im Team „im Rahmen seiner persönlichen Fähigkeiten und häufig weit über seine zeitlichen Möglichkeiten hinaus seine Hilfe und Unterstützung einzubringen“, sagt Annika Quednau. Denn die Integration von Menschen, die in Stadt und Landkreis Uelzen ein Zuhause finden möchten, bedarf vielseitiger Unterstützung in allen Bereichen des Alltags.

Dazu gehören nach den Hilfen bei der ersten Orientierung in Deutschland die Begleitung zu Ämtern und Behörden, das Dolmetschen, die Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen, die Hausaufgabenhilfe und weitere schulische Unterstützung sowie Gespräche mit Eltern und Lehrern. Weitere Aufgaben sind das Schreiben von Bewerbungen, die Betreuung einer Mädchengruppe und die Begleitung bei der Freizeitgestaltung.

Das Helferteam setzt sich zusammen aus Annika Quednau, Lukaz Nowack, Hildegard Döllefeld, Hilli Bayer, Ralph Gieseking, Inna Skvorzov, Ikram Feneich, Beke Klaschka, Larissa Stehr, Christine Niebuhr, Karin Vetter-Urban, Nora Khamis, Swantje Dost-Kraft, Zeinab Ilhan, Katja Schaefer-Andrae, Dagmar Demski, Svenja Quednau, Sükrije Qaumi und Ali Reza Nabizadeh. Letzterer spricht fließend Englisch und Deutsch sowie Persisch, Arabisch und Dari, das in Afghanistan gesprochen wird. Deshalb greift die Gruppe gerne auf ihn zurück, wenn Dokumente übersetzt werden müssen oder ein Dolmetscher gebraucht wird.

Karin Vetter-Urban kennt sich aus mit Formularen. Auch ihrer Unterstützung dürfen sich alle im Team gewiss sein. Mit fast 5000 Stunden ehrenamtlichem Einsatz pro Jahr unterstützt diese im Laufe der Zeit zusammengewachsene Gruppe die Integrationsaufgaben in Uelzen. Nicht zuletzt verhindert ihr Einsatz vermutlich einen Großteil der Schwierigkeiten, die in anderen Städten und Gemeinden durch mangelhafte Integration verursacht werden.

Der JMD darf nach Vorgaben des Bundesfamilienministeriums junge Menschen im Alter von 12 bis 27 Jahren mit Migrationshintergrund begleiten, sofern sie einen gesicherten Aufenthalt haben, fasst Sylvia Helms den Aufgabenbereich zusammen. „Doch ein Integrationsprozess beginnt weder mit 12, noch ist er mit 27 Jahren beendet“, sagt sie und würdigt zugleich die Leistung des JMD-Ehrenamtsteam, das immer für alle Menschen da sei.

Annika Quednau ist vor vier Jahren als Schülerin zur Gruppe gestoßen, inzwischen ist sie kurz davor, ihr Studium abzuschließen. Neben ihrer Bachelor-Arbeit engagiert sie sich fast täglich im JMD-Haus an der Luisenstraße in Uelzen. Acht verschiedene Kulturen sitzen am Tisch, als die Gruppe darüber nachdenkt, was sie motiviert. „Zwischen den vielen Menschen aus verschiedenen Kulturen herrscht eine besondere Atmosphäre“, sagt Quednau. Die unterschiedlichen Biografien im Team erweitern für sie die eigene Lebenswirklichkeit.

Nicht zuletzt zeigt die rege Teilnahme an öffentlichen Angeboten wie dem Mitternachtssport und dem Multikulturellen Frühstück deutlich, dass die Menschen in Uelzen das Zusammenleben mit den vielen verschiedenen Kulturen ebenfalls als Bereicherung erleben.

Von Angelika Jansen

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