Neustart mit Hilfe der Kirche

Mehrwertläden in Uelzen und Bevensen wieder geöffnet

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Wollen gemeinsam nun für den Erhalt der Mehrwertläden einstehen: Michael Elsner (v.l.), Maria Link, Gabriel Siller, Silke Krämer (Projektleitung) und Propst Jörg Hagen.

Uelzen/Bad Bevensen. Kein Satz endete, ohne dass nicht die Eingangstür geöffnet wurde: Zwei Monate nach dem vorläufigen Aus wurden gestern die beiden Mehrwertläden an der Ringstraße in Uelzen und an der Brückenstraße in Bad Bevensen wieder aufgeschlossen.

Und die Kunden ließen nicht auf sich warten.

Die Mehrtwertläden, in denen Kleidung, Kinderbücher und Spielzeug zu kleinen Preisen zu kaufen sind, werden künftig von einem Bündnis des Kirchenkreises Uelzen, des Diakonieverbandes Nordost-Niedersachsen und des Herbergsvereins Lüneburg getragen. Die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft „neue arbeit Lüneburg-Uelzen“, die die Mehrwerläden bisher betrieb, musste vergangenes Jahr Insolvenz anmelden, weil Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfonds, auf die sie angewiesen war, frühestens in diesem Frühjahr wieder gewährt worden wären. Im Zuge des Insolvenzverfahrens kam es in den Landkreisen Uelzen und Lüneburg zu Schließungen von Unternehmen. Darunter fielen auch die Mehrwertläden.

Wie Uelzens Propst Jörg Hagen gestern anlässlich der Wiedereröffnung sagte, würde das geschaffene Bündnis sicherstellen, dass die Kosten für die Einrichtungen abgedeckt werden. Gabriel Siller, Geschäftsführer des Diakonieverbandes, erläuterte, dass die Mehrwertläden kein reines Zuschuss-Geschäft seien. „Sie erwirtschaften auch Beträge in nicht unerheblicher Höhe.“ Mit ihnen könnten Mieten und Mitarbeiter bezahlt werden. Die neuen Träger würden mögliche Deckungslücken schließen, so Siller. Vier Mitarbeiter in Teilzeit werden künftig beschäftigt. Bisher waren es sechs. Zusätzlich kommen Ehrenamtliche zum Einsatz.

Ziel sei es, die Mehrwertläden auf Dauer zu erhalten, so Jörg Hagen. Ungeachtet des Zulaufs, den die Läden bereits erfahren – etwa 20 000 Einkäufe pro Jahr –, sei es geplant, die Einrichtungen noch weiter bekannt zu machen, erläuterte Michael Elsner, Geschäftsführer des Herbergsvereins und der insolventen „neuen arbeit“. Die Mehrwertläden seien soziale Projekte, von denen die Menschen im Landkreis profitierten. Wie berichtet, erwarten Sozialverbände, dass die Zahl der von Armut Betroffenen im Landkreis steigt.

Maria Link, zuständig für den Mehrwertladen in Bad Bevensen, hat gestern Morgen viele Glückwünsche für die Wiedereröffnung entgegennehmen und bereits Termine vereinbaren können, um die Einrichtung voranzubringen. Eines ist ihr wichtig, in diesem Zusammenhang zu erwähnen: Das Team sei engagiert dabei. Und der Laden in Bad Bevensen habe wochentags nun auch zwei Stunden länger auf: Von 10 bis 18 Uhr.

Von Norman Reuter

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