Hebamme: Guter Ruf der Klinik / Geburten bei Asylbewerbern / Rahmenbedingungen unverändert

Mehrere Gründe für Babyboom

+
Das ist das Rekordbaby des Monats August im Helios-Klinikum: Juna Born, Tochter von Katharina Kohrs und Andreas Born, kam als 74. Baby im August im Uelzener Krankenhaus zur Welt.

Uelzen/Landkreis. Babyboom in Uelzen: Das Helios-Klinikum am Hagenskamp verzeichnet im abgelaufenen August den geburtenreichsten Monat überhaupt, wie das Krankenhaus mitteilt. 74 Kinder kamen im vergangenen Monat auf der Geburtsstation des Hauses zur Welt.

42 Mädchen und 32 Jungen wurden entbunden. Zum Vergleich: Im August 2015 zählte das Krankenhaus 71 Geburten, 2014 waren es 62. Somit ist es in zwei Jahren zu einer Steigerung von über 19 Prozent gekommen.

Im Krankenhaus und beim Landkreis gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze für die steigende Geburtenzahl: „Aufgrund der Unterbringung von Flüchtlingen im Landkreis Uelzen haben im Vergleich zu den Vorjahren in den vergangenen Monaten auch mehr Mütter mit Migrationshintergrund im Klinikum entbunden“, schreibt Pressesprecher Thorsten Eckert in seiner Mitteilung. Mit einer exakteren Darstellung konnte er gestern nicht dienen. Weil bei den Arztkosten von Asylbewerbern oder Flüchtlingen jeweils unterschiedliche Kostenträger im Spiel sein könnten, sei ein Herausfiltern der Geburtenzahlen unter den Asylbewerberinnen, die im Helios-Krankenhaus ihr Kind bekommen hätten, schwierig.

Ähnliche Kunde beim Landkreis: „Wir führen keine Statistik über Geburten bei Asylbewerberinnen“, sagt Dr. Julia Baumgarten, Leiterin der Stabsstelle Koordination und Medienarbeit.

August und Juli sind unabhängig von dieser Thematik stets geburtenstarke Monate. „Rechnet man 40 Wochen zurück, landet man im dunklen November und im Advent“, so Hebamme Annika Menklein vielsagend. Dass ausgerechnet im diesjährigen August viele Kinder zur Welt gekommen seien, darauf habe sie auch keine wirklich fundierte Antwort. Nur soviel: „Aus Erfahrung weiß ich, dass bei Schwangeren viel über Mundpropaganda läuft – die Frauen fühlen sich im Uelzener Krankenhaus wohl gut aufgehoben.“ An den Rahmenbedingungen, die nach der Geburt den Müttern den Wiedereinstieg in den Beruf ermöglichten, habe sich ja in der Kürze der Zeit nicht viel verändert, so Menklein weiter.

Stichwort: Anzahl der Krippenplätze. Hierzu nimmt Markus Nieber, stellvertretender Bereichsleiter Schulen, Jugend, Sport und Kultur bei der Stadt Uelzen Stellung. „In der Stadt Uelzen stehen 194 Krippenplätze zur Verfügung, von denen aktuell zwei nicht belegt sind.“ Familien, die einen Betreuungsplatz suchten, würden diese Plätze oder Plätze in der Tagespflege vom Familienservicebüro oder dem Kindertagespflegebüro vermittelt, so Nieber. Aktuell seien zwölf Familien in der Vermittlung, die einen Platz für noch für dieses Jahr und neun Familien, die eine Betreuung für das nächste Jahr benötigten.

Als einer großen Träger von Krippen hält das Deutsche Rote Kreuz im Landkreis 270 Plätze vor, sagt Peter Vogt, Leiter im Bereichs Kinder, Familie und Soziales. Eine Warteliste führe man nicht. In der Stadt Uelzen habe man einen Platz frei. Dazu noch freie Plätze in Bienenbüttel. In Wieren Plätze. Auch gebe es Plätze in altersgemischten Gruppen in Hanstedt  I oder Wriedel.

Von Jens Schopp

Kommentare