Rund 18 000 Einheiten in Uelzen / Trotzdem steigt die Nachfrage nach Neubau in der Stadt Uelzen

Mehr Wohnungen als Mieter

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Neubau an der Gudesstraße: Stadtnahe Mietwohnungen sind heiß begehrt.

Uelzen. Innerhalb der nächsten fünf Jahre werden im Landkreis Uelzen mehr als 300 bezahlbare Mietwohnungen fehlen. Dieses Ergebnis einer Studie des Pestel-Instituts, die in vielen Städten bundesweit ähnlich ausfiel, hat vor Ort für Verwirrung gesorgt.

Nach Ansicht der Stadt Uelzen und der Gesellschaft für Wohnungsbau des Kreises Uelzen ist die Aussage einer unter anderem vom Bundesverband des Deutschen Baustoff-Fachhandels, der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt und der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau in Auftrag gegebenen Untersuchung nicht zutreffend.

„Für Beschäftigte mit geringem Einkommen ist es so, dass für den Bereich in der Stadt Uelzen ausreichend Angebot vorhanden ist“, sagt Stadtplaner Michael Kopske. Mehrfamilienhäuser, die nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurden, wie etwa im Sternviertel, seien beispielsweise für diese Gruppe geeignet. Auch künftig werden genug Wohnungen in Uelzen zur Verfügung stehen. Denn derzeit zählt die Stadt rund 18 000 Wohnungen, jedoch nur 17 000 Haushalte. „Im Landkreis sind die Zahlen noch deutlicher, da gibt es noch größere Differenzen“, weiß Kopske. Viele der Wohnungen seien jedoch nicht optimal und müssten saniert werden. „Aber da stellt sich die Frage, wer das bezahlen soll.“

Durch den demografischen Wandel werde diese Entwicklung noch verstärkt. Bis 2020 rechnet die Stadt mit sieben bis acht Prozent Einwohnerverlust. „Die Zahl der Wohnungen nimmt nicht in dem Maß ab“, sagt Kopske. Nach speziellen Wohnungstypen werde es immer noch eine gewisse Nachfrage geben.

In drei Kategorien ist der Bedarf nicht gedeckt: Es werden bahnhofsnahe Wohnungen gesucht, barrierefreie Wohnungen hauptsächlich für Ältere und Einfamilienhaus-Grundstücke, erklärt Kopske.

Eine gewisse Klientel, auch aus Hamburg, habe Interesse daran, in Eigentumswohnungen zu investieren oder auch im Verhältnis zu den Großstadtpreisen günstige Wohnungen gehobenen Standards zu mieten, beispielweise auch sanierten Altbau, und dafür die Kosten fürs Pendeln zu tragen. „Da ist es teilweise schon schwieriger, Wohnungen zu finden.“ Am Schnellenmarkt gebe es Wohnungen, die infrage kämen, „aber der Zustand ist nicht so wie gewünscht“, sagt Kopske. Deshalb hofft die Stadt auch, dass die Bauprojekte am ehemaligen Uelzener Hof und an der Schuhstraße eine Initialzündung geben, so dass auch an anderer Stelle Investoren Geld in die Hand nehmen.

Dafür sieht auch Bauunternehmer Horst Saevecke großen Bedarf. Seine neuen Eigentumswohnungen an der Lüneburger Straße waren schon früh vergeben, bevor sie überhaupt fertig sind. Aber auch bei seinem weiteren Projekt an der Gudesstraße hatte er ein großes Interesse an Mietwohnungen erkannt. Tendenziell würden vor allem Menschen ab 55 Jahren aufwärts sich an ihn wenden. „Ganz klar, die geben ihr Einfamilienhaus weg, die Kinder sind ausgezogen, sie wollen sich räumlich verkleinern, weniger Arbeit haben, stadtnäher wohnen und kürzere Wege haben“, schildert Saevecke den Hintergrund seiner Interessenten.

Er selbst ist nun in Vorgesprächen mit dem Lübecker Investor HBB, der in den nächsten Monaten den Neubau an der Schuhstraße errichtet. Voraussichtlich werde der Investor für den Einzelhandelsbereich zuständig sein und Saevecke oder auch andere Interessenten für den Teil, in dem Wohnungen entstehen werden.

Von Diane Baatani

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