Konzept der Stadt: Rund 20 Bürger mischen bei Ausschuss-Sitzung kräftig mit

Mehr Sicherheit für Radfahrer in Uelzen

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Einer der kritischsten Knotenpunkt in der Innenstadt ist die Kreuzung Bahnhofstraße/Ringstraße. Dort soll der Radweg im kommenden Jahr in die Ringstraße hinein geführt werden, um die Verkehrssituation zu entschärfen.

Uelzen. Die Bedingungen für die Radfahrer in der Stadt bewegen die Gemüter. Ungewöhnlich viele Zuschauer verfolgten am Donnerstag die Vorstellung des neuen Radwegekonzeptes im Ausschuss für Stadtplanung, Umweltschutz und Bauen.

Und die rund 20 Besucher im Ratssaal gaben der Verwaltung auch noch einige Hausaufgaben für besseres Radfahren in der Stadt mit auf den Weg.

In einem 96 seitigen Papier legt die Stadtverwaltung ihre Vorstellungen und Maßnahmen zur Verbesserungen des Radverkehrs beziehungsweise ihre Ansätze, mehr Uelzenern den Umstieg aufs Rad schmackhaft zu machen, dar. 1,2 Millionen Euro will die Hansestadt in den kommenden zehn Jahren investieren (AZ berichtete). Auch getragen von finanzieller Förderung (50 Prozent) des Landes.

Laura Elger, Klimaschutz-Beauftragte in der Verwaltung, stellte diverse Maßnahmen für dieses und das kommende Jahr vor. Zunächst nimmt sich die Stadt die Nord-Süd-Achse vor. Beispielsweise der Radweg von Veerßen zur Albertstraße. Dort soll es für 100 000 Euro eine neue, wassergebundene Fahrbahn geben. Für 30 000 Euro soll der Radweg Neu Ripdorf (stadtauswärts von der Brücke über die Wipperau bis zur Einmündung „Am See“) saniert werden. Durch diverse Schutzstreifen soll die Sicherheit der Radler verbessert werden. Die sollen auch auf der Groß Liederner und Esterholzer Straße aufgetragen werden. Die Parkplätze blieben davon unberührt. „Wir wollen weder Autofahrer noch Fußgänger mit den Maßnahmen beeinträchtigen oder gar verdrängen“, stellte Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull fest. Geprüft werden solle ebenfalls die Freigabe von Gehwegen und so genannten Nebenanlagen für Radfahrer in der Innenstadt.

Auch der Service für Radfahrer soll verbessert werden. So sind an der Touristinfo am Rathaus Schließfächer geplant, in denen Radler ihr Gepäck oder ihren Einkauf vorübergehend deponieren können. Am Bahnhof soll es Fahrradboxen geben, in denen vor allem hochpreisige Räder sicher geparkt werden können, so Elger.

Neu aufgenommen in das noch endgültig vom Rat zu beschließende Konzept wurden Anregungen aus dem Publikum. Es werden Radständer in der Innenstadt vermisst. Scheele-Krogull kündigte an, dass vor der alten Sparkasse an der Bahnhofstraße neue Ständer installiert würden. Ein Uelzener schlug vor, den Autoverkehr auf der Bahnhofstraße auf 30 km/h herunterzubremsen. Dann würde die Situation für Fahrradfahrer insgesamt sicherer.

Einig war sich der Ausschuss, dass das Konzept einen ganz neuen Ansatz zum Radverkehr in der Stadt darstelle und umzusetzen sei. Abgestimmt wurde nicht. SPD/Grüne haben noch Beratungsbedarf. In einer Sondersitzung des Verwaltungsausschusses soll das Papier als Empfehlung für die Ratssitzung am Montag, 23. Mai.

Von Jens Schopp

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