Bundes-Patientenbeauftragter Zöller informierte im Kurhaus über neues Versorgungsstrukturgesetz

Mehr Sicherheit für Ärzte

Versichert, dass die neuen Gesetze keine Papiertiger sind: Wolfgang Zöller, Patientenbeauftragter der Bundesregierung.

Bad Bevensen. Die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen wie dem Landkreis Uelzen stellt die Verantwortlichen schon jetzt vor Herausforderungen. Und sie wird es auch in Zukunft noch tun.

„Wir müssen Ärzte für den ländlichen Raum gewinnen“, appellierte CDU-Bundestagsabgeordneter Henning Otte deshalb auch bei einem Informationsabend am Mittwochabend, zu dem er den Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Wolfgang Zöller, ins Kurhaus nach Bad Bevensen eingeladen hatte. Und Zöller stellte in Aussicht, dass sich mit dem Inkrafttreten des so genannten Versorgungsstrukturgesetzes zum 1. Januar 2012 einiges zum Positiven wenden werde (siehe Kasten).

Mit dem so genannten Patientenrechte-Gesetz sollen außerdem die zu Behandelnden über ihre Rechte aufgeklärt werden, um eben diese auch durchsetzen zu können. „Es wird immer gesagt: Der Patient steht im Mittelpunkt“, bemühte Zöller eine häufig zitierte Formel, „aber bei Reformen steht er dann doch jedem im Weg. Denn bislang ging es bei Reformen immer nur um die Finanzierung.“ Nicht so bei dem nun auf den Weg gebrachten Gesetz, betonte Wolfgang Zöller. Nicht alle der knapp zwei Dutzend Besucher des Abends wollten dem Frieden allerdings trauen. So bezweifelte Dr. Horst Rennekamp, Allgemeinarzt in Wrestedt, stark, dass es von heute auf morgen Verbesserungen geben werde. Eindrücklich schilderte er Zöller, Otte und den Zuhörenden aus seinem Alltag als Landarzt: Von seinem täglichen Kampf um Abrechnungsmodi, weil er eine Abstaffelung beim Honorar hinnehmen muss, wenn er „zu viele“ Patienten behandelt hat. Von der Bevorzugung der Fachärzte. Von der Augenwischerei, dass der Landkreis Uelzen auf dem Papier mit Ärzten überversorgt sei, die Mediziner aber in den Dörfern fehlten. Und von der Befürchtung, „dass eines Tages das Rhön-Klinikum meine Praxis kauft“, weil man keine Nachfolger mehr finde.

„Wir werden reglementiert, wo es nur geht“, wetterte Rennekamp aufgebracht. „Nennen Sie mir einen Handwerker, der sich das gefallen lässt“, schimpfte er in Richtung Wolfgang Zöller und stellte fest: „Eine Katastrophe kommt auf uns zu. Es geht nur um Kohle! Am besten, Sie verstaatlichen den ganzen Mist“, empfahl er dem Patientenbeauftragten – „sehr provokant“, wie er einräumte. Der Adressat des engagierten Wortbeitrages aus Wrestedt wies darauf hin, dass eine Vielzahl dieser Probleme mit eben dem neuen Versorgungsstrukturgesetz behoben würden. Heinz Meierhoff, Geschäftsführer des Uelzener DRK-Kreisverbandes, brach derweil eine Lanze dafür, dass Patienten auch zu ihrem Recht verholfen wird. „Geben Sie den Patienten das Recht, ihr Recht auch durchzusetzen – ohne dass jemand kommt und sagt: Das streichen wir“, appellierte er an den Patientebeauftragten. „Es darf doch nicht ein Schreibtischtäter bei der Krankenkasse entscheiden, ob eine Spritze nötig ist.“

Von Ines Bräutigam

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