Gegen den Trend: Uelzen verzeichnet Steigerung an Ausbildungsverträgen

Mehr Lehrstellen im Kreis

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Uelzen. Das Ausbildungsjahr hat mit einem neuen Schwung begonnen. Es wurden bis jetzt im Landkreis Uelzen mehr Lehrverträge abgeschlossen als im Vorjahr. Damit steht Uelzen dem niedersächsischen Trend entgegen.

Die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg zählte für den Landkreis Uelzen 286 Verträge (2011: 277 Verträge) und die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade für die Kreise Uelzen/Lüchow-Dannenberg 97 Lehrverträge (2011: 66 Verträge) im Handwerk.

Der Niedersächsische Industrie- und Handelskammertag (NIHK) vermeldet hingegen landesweit 2,7 Prozent weniger Ausbildungsverträge als im Vorjahr, auch in Lüneburg und Celle gibt es derzeit einen Minus-Trend. „Die jetzt festzustellenden Rückgänge bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen sind vermutlich erst der Anfang“, sagt dazu der bildungspolitische Sprecher des NIHK, Volker Linde. „Die Schulabgängerzahlen sind weiter rückläufig und selbst der doppelte Abiturjahrgang und der Wegfall der Wehrpflicht haben nicht für die gewünschte Entlastung auf dem Ausbildungsmarkt gesorgt. Wir gehen davon aus, dass die Besetzungsprobleme für die Unternehmen noch zunehmen werden.“

Doch im Landkreis Uelzen ist diese Entwicklung derzeit noch nicht zu erkennen. Die Agentur für Arbeit verzeichnet ebenfalls mehr Ausbildungsstellen sowie mehr Bewerber im Landkreis Uelzen. Seit Oktober vergangenen Jahres wurden 674 Auszubildende gesucht (2011: 626 freie Stellen), 832 Personen haben sich seitdem um einen Platz bemüht (2011: 685 Bewerber). Die gestiegene Zahl an Bewerbern bedeute nicht, dass mehr Jugendliche die Schulen verlassen haben, betont Pressesprecherin Jeannette Hoffmann, vielmehr hätten mehr Jugendliche die Berufsberatung genutzt. „Rein rechnerisch müsste sich die Schere zwischen Angebot und Nachfrage noch schließen“, fügt sie hinzu.

Da in den Vorjahren weniger Ausbildungsverhältnisse zustande kamen, verzeichnet die Handwerkskammer für Uelzen/Lüchow-Dannenberg insgesamt derzeit 528 Lehrverträge über alle drei Ausbildungsjahre (2011: 542 Verträge). Günter Neumann, Leiter des Bereichs Berufsbildungsrecht bei der Handwerkskammer, ist zufrieden mit der Steigerung von 31 Ausbildungsverhältnissen im Vergleich zum 31. Juli des Vorjahres. „Das ist wirklich beachtlich, auch für die Region ist das eine hervorragende Ausbildungsleistung.“ Denn die Berufsbildenden Schulen in Uelzen und Lüchow-Dannenberg seien nicht mehr in der Lage, für alle Berufe eine Schulung anzubieten.

Die größte Zahl an Lehrverträgen geht bei den Kammern erfahrungsgemäß erst nach August ein. Viele Jugendliche ändern innerhalb der ersten Wochen noch ihre Pläne. Seite 3

Von Diane Baatani

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