Mehr Lebensqualität

Zu "Wie wird Uelzen attraktiv?", AZ vom 6. Februar: Uelzen lebt kulturell und wirtschaftlich nicht nur von seinen Bewohnern. Wär′s anders, hätte sie vermutlich bereits das Zeitliche gesegnet, oder läge in Agonie. Uelzen lebt auch von und mit ihren Besuchern. Ganz ohne Überheblichkeit: Seit Jahren zählen wir, Woche für Woche, zu Uelzens "Bodenständigen".

Aus Uelzens Umland zählen dazu aber viele mehr, wodurch sich die Wertschöpfung erhöht. Deshalb sollte die "AG für den Entwicklungsbereich Innenstadt" auch die Erfahrungen und Wünsche von Menschen aus dem Umland in ihre Planungen mit einbeziehen.Widersprechen müssen wir Margrit Niebuhr, die dafür plädiert, alle Marktstraßen auch an den beiden Wochenmarkttagen für den Individual-Kfz-Verkehr wieder frei zu geben und den Vital-Markt auf den Herzogenplatz zu verlegen. Das würde bereits mit nicht wenigen Samstagveranstaltungen auf dem Herzogenplatz kollidieren. Unbedingt verbleiben sollte der Markt dort, wo er nach seinem Umzug jetzt ist. Für Uelzen ist sein heutiger Platz ein echter Zugewinn.Daran partizipiert auch die anliegende Gastronomie. Für schwere Lasten vom Markteinkauf gibt′s bekanntlich ′nen kostenlosen Zubringerdienst. Rollstuhlfahrer können sich auf autofreien Straßen gefahrloser bewegen. Und rund um die Marktstraßen gibt′s auch genügend Parkplätze in jeder Himmelsrichtung.Obgleich wir von wegen unseres Alters bereits zu den "Oldtimern" zählen, gab′s für uns noch nie Probleme, ggf. nach einigem Rundendrehen auf einem dieser Parkplätze einen freien Platz zu finden. Ergebnis: Kein Abgasgestank mehr auf der Marktstraßenstrecke, weniger C02-Ausstoß, weniger Hektik und Lärm.Auch mit Wochenmarkt-"Abstechern" etwa ins Foto-Studio oder in die Buchhandlung oder ins Modenhaus gab′s noch nie Probleme. Und noch nie haben uns die Marktstände in Höhe Veerßer Straße 31 den Blick auf das Optiker-Geschäft verstellt oder verunmöglicht, vom Entree in den Laden gar nicht zu reden.Einen Parkplatz direkt vor den Geschäften findet man regelmäßig an sonstigen Wochentagen eh so gut wie nie, eine ewige Parklücken-Rumsucherei, die an den Nerven zerrt. Das alleine bereits spricht im Übrigen dafür, die Marktstraßen generell zu Fußgängerzonen umzuwidmen. Rrfolgreiche Beispiele gibt′s dafür zur Genüge.Für die Aufwertung und Attraktivitätssteigerung von (mehr) Fußgängerzonen sollte die Stadt Uelzen allerdings einiges mehr tun, was sich nicht nur am Stichwort Baumbepflanzung in den Marktstraßen festmachen lässt. Feste Sitzgelegenheiten in Abständen gehören dort hin. Vielleicht auch eine Freiland-Schachanlage. Straßentheater und Aktionen mit Eventcharakter etwa von und mit Kindern, Gauklern und Straßenmusikanten, mit bekannten Sportlern, oder auch mal ′ne Straßenmodenschau mit der örtlichen Geschäftswelt, könnten dazugehören. Kreative Phantasie kennt keine Grenzen.Margit und Borvin Wulf,Suderburg

Autofreie InnenstadtWir leiden unter Bewegungsmangel, gerade weil wir dem Auto bisher zu viel Zugeständnisse gemacht haben. Ein Rückbau tut weh, ist aber für eine besser Gesundheit und mehr Kinder- und Altenfreundlichkeit das Gebot der Stunde.Was Celle und Lüneburg geschaffen hat, würde auch Uelzen gut zu Gesicht stehen. Autofreie Innenstadt! Ich als Bahnfahrer habe mich noch nie über zu lange Wege zum Rathaus, Finanzamt oder Krankenhaus beschwert. Wer nicht laufen will, kann auch mit dem Bus zum Ziel kommen.Dieter Wylisk,Bad Bevensen

Neue Blüten1952: Nur weg aus dem langweiligen Uelzen. Meiner Heimatstadt!1962 kam ich aus Hamburg zurück. Es hatte sich kaum etwas verändert. Mein Elternhaus und mein Beruf hielten mich in Uelzen. Jetzt ist Uelzen wirklich attraktiv!Steigerungen sind, wenn überhaupt noch möglich, nur durch intensive Bestandspflege drin. Grundstücks- und Hauseigentümer, besonders in der Innenstadt, müssen dringend motiviert werden, ihr Eigentum zu pflegen. Als positives Beispiel sehe ich das Siems-Haus in der Achterstraße.Da komme ich gleich auf die Amber-Bäume. Einer ist mir bei einem Besuch in Bad Bevensen besonders aufgefallen. Er ist groß und ausladend und beeindruckte durch sein dichtes Blattwerk und seine Wirkung als Solitär. Diese Baumgattung halte ich für denkbar ungeeignet für unsere Innenstadt. Zurück zum Siems-Haus: Vor diesem Haus stehen, nach meinem Wissen, skandinavische Eschen.Im Dezember 2009 waren diese Bäume eine Pracht. Leuchtend rote Beeren lockten nicht nur die Vögel an. Ich stand eine ganze Weile, um mir dieses Bild anzusehen. Die Sonne schien, die Zweige waren ohne Blätter, wie normal zu dieser Jahreszeit, und die Hausfront reflektierte das helle Licht. Ich habe dieses Bild per Kamera festgehalten.Diese Bäume könnte ich mir für unsere zentralen Straßen vorstellen. Die Bilder sind bei Christa Siems. Das zu unserer Innenstadt.Ruth Thamm,Uelzen

Aus Lethargie herausIch glaube, diese Frage stellt sich schon seit Jahren. Aber nun hat die Stadtverwaltung es in der Hand, aus dem Rathaus einen wirklich interessanten und anziehenden Ort zu machen und den Uelzener Hof endlich vor dem Abriss zu retten. Ich hoffe, die Stadtväter fällen keine falsche Entscheidung, denn diese (allerletzte) Chance kommt nie mehr wieder, und das wissen die hohen Herren selber. Also packt es an und lasst es geschehen.Das "Markt-Center" ist auch so eine Sache...Warum wird sich nicht um die ehemalige Kaufhalle gekümmert? Mit dem Eigentümer ein gutes Konzept erarbeiten, das Gebäude saniert und ein Einkaufszentrum daraus gemacht? Die beiden Flächen (EG & UG) kann man super in kleinere Parzellen teilen und dort Geschäfte mit "Namen" versuchen anzusiedeln, wie zum Beispiel New Yorker oder H&M.Wenn die Konditionen für die Firmen stimmen (Steuerermäßigung beziehungsweise steuerfrei fürs erste Jahr), dann kommen andere und die Innenstadt entwickelt sich zum Selbstläufer und Anziehungspunkt.Also, wo bitte ist es so schwer, realistische und umsetzbare Entscheidungen zu treffen? Was hat die Stadt zu verlieren? Noch schlimmer als jetzt kann es schon gar nicht mehr kommen, und auch die Stadtoberen sind verantwortlich für den Geschäftemangel, denn das ewige "Nein" auf Anfragen der Firmen war der größte Fehler, den diese und vorangegangene Stadtparlamente machen konnten.Nun kommt endlich aus der "Lethargie" raus und lasst es zu. Ein paar Bäume pflanzen macht die Innenstadt nicht attraktiver, sondern es bleibt so wie es ist, nur mit grüner "Umrandung". Uelzen hat Potenzial, also lasst es auch zu, es zu zeigen.Torsten Meyer,Uelzen

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