Klaus Grützmacher ist jetzt neben Frank Dreyer der zweite Kontaktbereichsbeamte für Uelzen

Mehr „Kümmerer“ als Polizist

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Klaus Grützmacher (rechts) ist nun neben Frank Dreyer der zweite Kontaktbereichsbeamte für Uelzen. Sie suchen das Gespräch mit den Einwohnern, reagieren bei Problemen und machen Verkehrsschulungen.

Uelzen. Die Straßen von Uelzen sind sein neuer Arbeitsplatz. Polizeihauptkommissar Klaus Grützmacher hat in den vergangenen Jahren die Einsätze seiner Kollegen vom Kommissariat aus koordiniert, jetzt ist er selbst wieder im Außendienst.

Als zweiter Kontaktbereichsbeamter für die Uhlenköperstadt ist er mit Frank Dreyer entweder zu Fuß oder auf dem Rad unterwegs, sucht das Gespräch mit den Uelzenern, schenkt bei Problemen Senioren Gehör und schaut, ob womöglich Vandalen in der Stadt ihr Unwesen treiben. Auch in Schulen wird er anzutreffen sein. Zu den Aufgaben der Beamten gehören auch Präventionsarbeit und Verkehrsschulungen. Bei größeren Einsätzen unterstützen sie zudem die Kollegen. Der Begriff des „Kümmerers“, so meint gestern Ralf Munstermann, Leiter des Uelzener Streifendienstes, bei der Vorstellung von Grützmacher, beschreibe am besten die Aufgaben der Kontaktbereichsbeamten.

In den 1980er Jahren wurden die Stellen für die „Kümmerer“ geschaffen und für Uelzen waren zwei Polizisten vorgesehen, die diese Aufgabe übernehmen. „Damals starteten wir auch mit dieser Zahl“, so Ralf Munstermann. Durch Strukturveränderungen und Personalabbau sei die zweite Stelle dann weggefallen. „Und personell waren wir seitdem nicht mehr in der Lage, sie wieder zu besetzen.“ Bis jetzt. Die Vorgaben von einst würden auch heute noch gelten und mit Klaus Grützmacher habe man einen Polizisten gefunden, der jeden Winkel von Uelzen kenne und auch eine gefestigte Persönlichkeit als Voraussetzung für die Stelle besitze, so Munstermann. Denn vor allem gehe es darum, Ansprechpartner für die Einwohner und im Stadtbild präsent zu sein. Was erst jüngst auch zur Aufklärung eines Falles geführt habe, wie Frank Dreyer berichtet.

Noch am Vormittag habe er bei einer Dienstbesprechung die Aufnahme eines Diebstahls aus einem Supermarkt gesehen. Bei einer Radstreife am Nachmittag sei der Täter dann an ihm vorbeigefahren und er habe sich an den markanten Hinterkopf und die Ohren aus dem Video erinnert. Der Mann, schildert Dreyer, habe dann die Taten auch eingeräumt.

Die ersten Wochen als Kontaktbereichsbeamter hat Klaus Grützmacher bereits hinter sich. Im Vergleich zum Dienst bislang freut sich der Vater von zwei erwachsenen Söhnen wieder draußen zu sein und vor allem auch die Zeit zu haben, um bei Problemen auf die Menschen eingehen zu können. „Der Dienst bislang war immer auch mit Stress verbunden. Jetzt ist das ruhigeres Fahrwasser“, sagt der 55-Jährige.

Von Norman Reuter

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