Kreislandwirt Thorsten Riggert reagiert auf Auswirkungen der Agrarreform

Mehr Grünfläche im Kreis?

Weniger Platz für Feldfrüchte: Wird die Agrarreform umgesetzt, dann müssen mehr Flächen stillgelegt werden. Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen/Landkreis. Bei der Herbsttagung der Agrarminister geht es um viel Geld für die Bauern.

Die Landwirtschaftsminister der Bundesländer befassen sich seit gestern bei ihrer Herbsttagung in Suhl mit den Konsequenzen der Mitte Oktober vorgelegten EU-Reformpläne für die deutschen Bauern.

Auch Uelzens Kreislandwirt und Vorsitzender des Bauernverbandes, Thorsten Riggert, bezieht im AZ-Interview klar Stellung zu den möglichen Auswirkungen in der Region. Bisher müssen die Landwirte 1,5 Prozent ihrer Fläche stilllegen und in Grünfläche umwandeln. Wird die Agrarreform 2013, so wie aktuell angedacht, umgesetzt, dann sollen beim so genannten Greening statt 1,5 nun sieben Prozent der Fläche stillgelegt werden. Der Landkreis Uelzen verfügt über eine gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche von 75 000 Hektar. „3000 bis 4000 Hektar müssten demnach noch stillgelegt werden“, sagt Riggert. Außerdem, so Riggert, werden die Entschädigungszahlungen für die Landwirte halbiert.

Riggert kritisiert auch die zusätzliche drohende Bürokratisierung, denn die Zahl der Kontrollen, die es für die Landwirte jetzt schon gibt, sollen noch erhöht werden. Und nur wenn alle Voraussetzungen erfüllt werden, dann bekommen die Bauern ihre Entschädigungszahlungen – allerdings wird die um 50 Prozent gekürzt. Riggert begründet dieses Vorhaben damit, dass die gesellschaftliche Akzeptanz für die Zahlungen mit einem grünen Anstrich besser nach außen vermittelbar sei. Seite 5

Von Jörn Nolting

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