130 Bürger machen Vorschläge zur Aufwertung des Schnellenmarktes / Stadt startet Planungswerkstatt

Mehr Grün und mehr Geschäfte

Wie kann der Schnellenmarkt attraktiver werden? Dazu plant die Stadt eine öffentliche Infoveranstaltung. Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen. „Der Schnellenmarkt liegt noch im Dornröschenschlaf, bietet aber hervorragende Potenziale in der Stadt.

“ Michael Kopske, zuständiger Fachbereichsleiter im Uelzener Rathaus, blickt der geplanten Umgestaltung und Aufwertung des Viertels rund um den markanten Brunnen gespannt entgegen. Gestern stellte Kopske die Ergebnisse einer Umfrage vor, bei der sich 130 Bürger Anfang Oktober zur Zukunft den Schnellenmarktes geäußert hatten.

Mehr Grün, Plätze zum Verweilen, eine andere Bepflasterung, mehr Geschäfte: Das sind einige Vorschläge aus der Passantenbefragung, die das Lübecker Institut CIMA im Auftrag der Stadt Uelzen gestartet hatte. Zudem wurden 25 Eigentümer, Gewerbetreibende und Anwohner des Viertels um Stellungnahmen gebeten. Die Stadt möchte gemeinsam mit den Bürgern ein Konzept zur Attraktivitätssteigerung und langfristigen Stärkung des Schnellenmarktviertels entwickeln und umsetzen. Dafür dient die Befragung als Grundlage.

Noch sind nicht alle Fragebögen ausgewertet, doch die bisherigen Ergebnisse fallen sehr unterschiedlich aus. So wird der von Georg Münchbach gestaltete und 1980 aufgestellte Schnellenbrunnen sowohl positiv als auch negativ beurteilt. Einige Befragte bezeichnen den häufig als Kneipenviertel wahrgenommenen Schnellenmarkt zudem als unsicher. „Jedoch sieht die Realität heute anders aus. Schmutz, Lärm und Randale haben in den letzten Jahren deutlich abgenommen, was auch die Polizei und die Anlieger bestätigen“, betont Kopske.

Potenzial sehen viele Befragte dagegen in der historischen Bausubstanz des Viertels. Allerdings wurden die teils fehlenden privaten Investitionen und die daraus resultierenden maroden Fassaden kritisiert. Weiterhin wird bemängelt, dass vor Ort attraktive Anziehungspunkte fehlen. Daher wird der Schnellenmarkt von vielen nur als Durchgang und Abkürzung genutzt.

Uneinig waren sich die Befragten auch darüber, welche Nutzung das Viertel künftig prägen soll: Einkaufsstandort oder eher reines Wohnviertel in zentraler Lage? Hierbei setzt die Stadt auf eine breite Beteiligung und veranstaltet dazu am Montag, 28. November, ab 18 Uhr eine öffentliche Planungswerkstatt im DRK-Mehrgenerationenzentrum in Uelzen. Dabei soll mit den Bürgern über die mögliche Schnellenmarkt-Gestaltung diskutiert werden.

Bürgermeister Otto Lukat hofft, dass sich private Eigentümer zur Renovierung ihrer Häuser am Schnellenmarkt entscheiden. Einen finanziellen Anreiz könnte dabei das Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ bieten, bei dem sich Uelzen ab 2013 um Fördergelder bewerben will. Weitere 200 000 Euro plant die Stadt in ihrem Etat für die Umgestaltung des öffentlichen Bereichs am Schnellenmarkt ein, davon 150 000 Euro als Ziel-1-Mittel der EU. Lukat selbst wünscht sich eine gemischte Nutzung des Viertels: „Toll wäre kleinflächiger Einzelhandel in Verbindung mit Wohnen – und mit gemütlichen Bistros und Cafés.“

Von Bernd Schossadowski

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