„Mehr als fünf Dutzend“

Mit Frauen nach vorn: SPD-Landratsbewerber Jürgen Krumböhmer (links) und Unterbezirkschef Klaus-Peter Dehde umrahmen die Kreistags-Spitzenkandidatinnen Sylvia Meier (Platz 2 Aue-Rosche), Saskia Pauls (Ebstorf-Suderburg) und Witta Alberternst (Bevensen-Bienenbüttel). Foto: kögö

Bad Bevenen/Landkreis. Einen harten Kommunalwahlkampf kündigte Klaus-Peter Dehde an. Der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Uelzen/Lüchow-Dannenberg führte eine straffe Regie bei der Wahlkreiskonferenz zur Aufstellung der Kandidatinnen und Kandidaten zur Kreistagswahl im kommenden September und trotz der Wahlen von jeweils 12 Kandidaten für die fünf Wahlbereiche, die geraume Zeit in Anspruch nahm, sah er das Ende der Konferenz nach zwei Stunden für 17 Uhr vor. Sie endete um 17.03 Uhr.

Hart dürfe der Wahlkampf gerne sein, so Dehde, „aber niemals unter der Gürtellinie“. Er habe daher per Brief zunächst den Grünen ein Fairnessangebot für den Wahlkampf unterbreitet. „Das geht selbstverständlich auch an alle anderen Parteien, aber klar ist auch: An die Nazis kann dieses Angebot nicht gehen.“

Die 74 Delegierten (32 Frauen und 42 Männer) stimmten über die Kandidaten in den Wahlbereichen Bevensen-Bienenbüttel, Ebstorf-Suderburg-Wriedel, Uelzen-West, Uelzen-Ost und Aue-Rosche ab. Einen kleinen Seitenhieb in Richtung CDU, deren Landtagsabgeordeneter Jörg Hillmer dazu aufgerufen hatte, fünf Mal das Dutzend voll zu machen, also jeweils zwölf Kandidaten für jeden Wahlbereich zu benennen, konnte sich der Uelzener Ratsherr Jörg Kramer nicht verkneifen: „Das sollte für eine Volkspartei eigentlich selbstverständlich sein. Wir haben für jeden Wahlbereich natürlich auch noch Ersatzkandidaten .“

Der Landratskandidat der SPD, Jürgen Krumböhmer, gab sich in seinem kurzen Grußwort vor dem Hintergrund der Hamburg-Wahlen sehr zuversichtlich. „Und außerdem haben wir derzeit einen Unterstützer für die SPD: Karl-Theodor zu Guttenberg.“

In die gleiche Kerbe hieb die SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann bei ihrem Bericht über die Debatte um Guttenberg aus den letzten Wochen. Normalerweise gebe es einen Ordnungsruf des Bundestagspräsidenten, wenn im Parlament jemand der Lüge bezichtigt werde. „Redner aus drei Fraktionen haben Minister zu Guttenberg der Lüge und des Betruges bezichtigt, ohne dass es einen Ordnungsruf gegeben hätte oder dass der aus der Unionsfraktion gefordert worden wäre. Es war totenstill.“ Und das nach Guttenbergs Worten „bestellte Haus“ Bundeswehrreform könne schon deswegen nicht bestellt sein, weil ersta nach der Kabinettssitzung in der kommenden Woche die Planungen zur Reform beginnen könnten.

In der Kommunalpolitik werde es vor allem um die Finanzen gehen, so Lühmann. Die Gewerbesteuer dürfe auf keinen Fall abgeschafft werden. Einen weiteren Schwerpunkt sah Lühmannn bei der Verkehrspolitik, insbesondere beim Einsatz für einen weiteren Ausbau der Schleuse des Elbe-Seitenkanals und der Häfen in Uelzen und Wittingen.

Von Jürgen Köhler-Götze

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