Stadtplanungsausschuss diskutiert umstrittenen Entwurf für neues Schnellenmarktviertel

Mehr Flair durch weniger Parkplätze

Parkende Autos am Schnellenmarkt stehlen den historischen Gebäuden die Wirkung – das soll sich ändern. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. Das historische Flair ist eigentlich da, aber bislang wird es durch parkende Autos, ungünstige Beleuchtung und einen verbauten Brunnen nicht wahrgenommen: Das Schnellenmarktviertel soll ab dem Sommer durch große Veränderungen aufgewertet werden.

Das kündigte die Stadt Uelzen in der Sitzung des Stadtplanungsausschusses an.

Die Politiker befürworten – mit einer Ausnahme –, einen Zuschussantrag für die Umgestaltung des Viertels zu stellen. Heute wird der Verwaltungsausschuss der Stadt ebenfalls darüber beraten. Diese Maßnahmen würden dann parallel zum Ziel-1-Projekt an der Fußgängerzone der Bahnhofstraße und zur Sanierung des Alten Rathaus verlaufen, für das ebenfalls Ziel-1-Mittel verwendet werden sollen.

Von einer „geringen Aufenthaltsqualität durch die Dominanz von Stellplätzen“ und die „überbreite Fahrbahn“, auf der eine Geschwindigkeitsbegrenzung selten eingehalten werden würde, sprach bei der Sitzung Stadtplaner Michael Kopske.

Dass nun Stellplätze entfallen sollen, stieß bei Manfred Hahn vom Uelzener Eigentümerverein „Haus & Grund“ auf Kritik. Bei der Erarbeitung des Konzepts durch die Stadt Uelzen zusammen mit Citymanager Joachim Lotz und dem Lübecker Fachbüro CIMA seien auch Hauseigentümer einbezogen worden. Anlieger hätten angegeben, mindestens sieben Parkplätze zu benötigen. „Auf dem Entwurf ist diese Anzahl noch einmal reduziert worden“, kritisierte Hahn. Wenn verstärkt Interesse bei potenziellen Mietern geweckt werden soll, müssten für eine bessere Vermarktung des Viertels genügend Parkplätze vor Ort angeboten werden, anstatt auf die neuen Stellplätze an der Brückenstraße zu verweisen.

Eine aktive Beteiligung der Anlieger sei von der Stadt ausdrücklich gewünscht, betonte Hahn, warum deren Interessen jedoch letztendlich nicht berücksichtigt würden, erschließe sich ihm nicht. Die Ratsherren Karl-Heinz Schmäschke (Grüne) und Herwig Maaß (SPD) sprachen sich dafür aus, die Zahl der Parkplätze nicht zu erhöhen, jedoch wie im bisherigen Entwurf genug Raum für Anlieferungen zu lassen.

Im Schnellenmarktviertel wird der Fokus künftig auf den zentralen Platz gelegt. Dort sollen unter anderem das Stadtfrühstück und ein Handwerkermarkt aufgebaut werden, die bislang am Rathauskreuz stattfanden. Damit diese Veranstaltungen am Schnellenmarkt auch ihre besondere Wirkung erhalten, will die Stadt folgende Punkte verändern:

• Die Pflasterung rund um den Brunnen soll farbig angelegt werden.

• Die Verbindung zwischen Brücken- und Doktorenstraße soll barrierefrei werden.

• Der Brunnenumlauf wird abgesenkt, Beton-Poller werden entfernt.

• Die Fahrbahn wird auf Einbahnstraßen-Breite reduziert, unter anderem durch Pflanzelemente.

• Der Platz wird von den Straßenrändern aus beleuchtet.

• Zwei weitere Bäume werden gepflanzt und zwischen den Bäumen Stellplätze für Schrägparker angeordnet.

Nach Zusage der N-Bank auf Fördermittel, sollen die Arbeiten ausgeschrieben und noch in der ersten Jahreshälfte 2013 begonnen werden. Allerdings plant die Stadt, die Maßnahmen so zu koordinieren, dass die Veranstaltungen am Schnellenmarkt, die durch das Programm „Ab in die Mitte“ zu 60 Prozent vom Land bezuschusst werden und zwischen August und November stattfinden, nicht durch die Umgestaltung beeinträchtigt werden, erläuterte Kopske.

Von Diane Baatani

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