Abfallwirtschaftskozept erstellt / Vorschläge für mehr Abfall nach Oldenstadt

Mehr Bio für Borg

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Was biologisch abbaubar ist, soll auch in die Biotonne – also auch alle Essens- und Küchenabfälle. Das ist nur ein Teilpunkt des neuen Abfallwirtschaftskonzeptes.

Uelzen/Landkreis. Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises Uelzen (awb) hat ein Abfallwirtschaftskonzept aufgestellt. Es gilt für die Jahre 2013 bis 2017.

Neben einer detaillierten Übersicht über die aktuelle Situation der Abfallentsorgung enthält das Konzept mehrere Anregungen. Eckpunkte sind beispielsweise die Reduzierung des Restmüllaufkommens, mehr biologische Abfälle im Biomüll, die Annahme von mehreren Müllarten im Betriebshof Oldenstadt.

„Wir haben immer noch sehr viele kompostierbare Abfälle im Restmüll“, sagt Renate König, Leiterin des awb. Aus der Studie zum Abfallwirtschaftskonzept geht hervor, dass der Landkreis Uelzen mehr Restmüll produziert als die meisten anderen Landkreise in Niedersachsen. Inzwischen sind es 201 Kilo pro Kopf und Jahr, der Durchschnitt in Niedersachsen lag 2010 bei 156 Kilo. Nur drei Landkreise und drei Städte hatten mehr Restmüll pro Kopf.

Das gefällt Renate König nicht, das ist nicht wirtschaftlich, das könnte besser sein. König weist auf die Bio-Tonne hin: „Alles, was Bio ist, soll da rein!“, sagt sie. Und daran können sich die Bürger im Landkreis offenbar noch nicht gewöhnen. Auch Küchenabfälle sollen in die Biotonne – nicht in den Restmüll. Dafür steht in Borg, bei der Abfallwirtschaftsstelle, ein geschlossenes System zur Vergärung organischer Abfälle. Daraus entsteht Gas, aus dem Gas wird Strom gemacht. „Das könnten wir deutlich erhöhen, wenn auch Küchenabfälle in der Biotonne landen würden“, so König, „Gartenabfälle produzieren auch Gas, aber nicht so viel wie Küchenabfälle.“ Damit meint sie alles, was energiereich ist, schwere, feuchte Abfälle, Essensreste – oder, grob gesagt: alles, was irgendwann anfängt zu stinken. Das, was stinkt, ist Gas. Und dieses Gas will Borg verstromen.

„Letztendlich kann das auch zu einer Kostenreduzierung führen“, sagt König bedeutsam.

Das ist nur ein Punkt des Konzeptes. Daraus geht auch hervor, dass der awb mehr Werbung machen soll für die Nutzung der Biotonne. Andere Punkte sind etwa die Optimierung der Abfuhrtermine. Dafür sollen benachbarte Orte möglichst gleiche Abholtermine haben, damit die Abfuhr in einem Rutsch mehr einsammeln kann.

Noch ein Eckpunkt rankt sich um den Standort Borg: Borg ist für viele weit weg, am östlichen Rand des Kreises. Das Problem könnte gelöst werden: „Wir könnten auf dem Abfallwirtschaftsbetrieb Oldenstadt versuchen, weitere Stoffe anzunehmen“, sagt die awb-Leiterin. Das könnte Grüngut sein, Metall, Glas.

Aber König formuliert vorsichtig, denn dieser Punkt müsste erst von der Politik abgesegnet werden. Beschließen können das weder sie noch Landrat Dr. Heiko Blume. Blume macht schon bei der Vorstellung des Konzeptes klar, wie er es sieht: „Das wäre im Sinne der Bürger, Uelzen liegt zentraler“, sagt er. Und im Konzept steht auch, dass mittelfristig zur Abdeckung des nördlichen Landkreises über einen weiteren Recyclinghof im Raum Bad Bevensen-Bienenbüttel nachgedacht werden solle. Letztendlich werden Pläne dann vom Kreistag beschlossen.

Das Konzept liegt noch bis zum 14. Februar öffentlich beim Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises in der Wendlandstraße 8 in Uelzen/Oldenstadt, Zimmer 1.4 aus (Montag bis Freitag 8.30 bis 12 Uhr und Donnerstag 8.30 bis 15.30 Uhr). Bedenken und Anregungen oder Stellungnahmen können während dieser Frist schriftlich eingereicht werden. Das Konzept ist auch im Internet unter www.uelzen.de zu finden (Pfad: Bürger – Gesundheit&Umwelt – Abfallwirtschaftsbetrieb – Abfallwirtschaftskonzept).

Von Kai Hasse

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