Mehr Betrug im Internet

Zufrieden zeigte sich die Uelzener Polizei mit der Entwicklung der Kriminalitätsstatistik im Landkreis Uelzen.

Uelzen/Landkreis - Von Jörn Nolting. Positive Nachricht aus dem Polizeikommissariat Uelzen: Die Straftaten in Stadt und Landkreis Uelzen gingen im vergangenen Jahr zurück. 6027 Straftaten wurden insgesamt begangen.

Das sind 261 weniger als noch 2008. Ebenfalls positiv: die Aufklärungsquote. 3724 Taten konnten aufgeklärt und 2919 Tatverdächtige ermittelt werden. Damit liegt die Quote mit 61,8 Prozent über dem Landesdurchschnitt. „Für den Kriminaldienst und die Polizeistation kann das Ergebnis als erfolgreich bewertet werden, zumal das zurückliegende Jahr durch eine Vielzahl von Sondereinsätzen erhebliche zusätzliche Belastungen mit sich brachte“, sind sich Polizeioberrat Dieter Klingforth und Kripochef Jan-Olaf Albrecht einig.

Zu der aktuellen Frage, ob gerade Jugendliche in Uelzen signifikant mehr Alkohol trinken als in anderen vergleichbaren Städten, kann von Seiten der Polizei keine belegbare Aussage getroffen werden. Unter Alkoholwirkung handelten 453 der insgesamt 2919 Tatverdächtigen – immerhin 15 Prozent. 14,5 Prozent der Jugendlichen (bis 18 Jahre) und 26,7 Prozent der Heranwachsenden (18 bis 21 Jahre) hatten vor einer Tat Alkohol konsumiert. Der Anteil der alkoholisierten Straftäter war seit 2004 angestiegen und liegt seit 2006 auf einem Wert um 15 Prozent. Die Zahl der Körperverletzungen ist nahezu unverändert geblieben. Im vergangenen Jahr wurden 568 Vorfälle registriert. Davon wurden 540 aufgeklärt und so eine Aufklärungsquote von 95 Prozent erreicht. „Dieser Wert spricht für eine schnelle Reaktion der Polizei-Streifen auf Hinweise und eine hohe Präsenz an bekannten Brennpunkten“, schildert Dieter Klingforth.

Im Bereich der Körperverletzungen dominieren die erwachsenen Täter mit 63 Prozent. Dafür begingen Jugendliche und Heranwachsende mehr als die Hälfte der bekannt gewordenen Raubtaten. „Für Delikte im Bereich Raub und Körperverletzungen ist Alkohol offensichtlich häufiger als in anderen Bereichen Auslöser von Taten“, sagt Jan-Olaf Albrecht.

Geringer geworden ist die Zahl der Diebstähle. 2267 Delikte musste die Uelzener Polizei aufklären. „Die Kriminalität hat sich auf den Internetbereich verlagert“, erläutert der Kripochef. 801 Betrugsfälle mussten die Polizisten bearbeiten, 109 Taten mehr als im Vorjahr. Zwar liegt die Aufklärungsquote derzeit bei 87,7 Prozent höher als im Vorjahr, aber „die Auswirkungen der aktuellen Rechtssprechung des Bundesverfassungsgerichtes auf die Aufklärung von Straftaten bleibt abzuwarten“, so der Kripochef. Dann nämlich bekommen die Beamten keine Verbindungsdaten mehr und befürchten, dass dadurch die Dunkelziffer steigen wird.

Mit Blick auf dieses Jahr setzten die Kripo und die Polizei die Schwerpunkte auf die Aufklärung von Haus- und Wohnungseinbrüchen, die Drogenerkennung im Straßenverkehr und auf das Problemfeld Jugend und Alkohol. So werden die Alkohol-Testkäufe fortgesetzt und die Polizei wird bei größeren Veranstaltungen wie Abi-Feten verstärkt präsent sein.

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