Kinder finden drei hilflose Nager hinter dem Hallenbad in der Ilmenau / Unbekannter wollte Tiere offenbar töten

Meerschweinchen vorm Ertrinken gerettet

In letzter Sekunde gerettet: Dieses Meerschweinchen wurde, ebenso wie zwei weitere, am Freitag im Tierheim abgegeben. Foto: Privat

Uelzen. „Der Grausamkeit der Menschen sind anscheinend keine Grenzen gesetzt“, sagt Karin Rothe. Noch immer ist die Vorsitzende des Tierschutzvereins Uelzen empört über einen Vorfall, der sich am Freitagnachmittag hinter dem Uelzener Hallenbad zugetragen hat.

Dort hat ein Unbekannter drei weibliche Meerschweinchen in der Ilmenau ausgesetzt.

Zwei zufällig vorbeikommende Mädchen entdeckten die hilflosen Nager, retteten sie vor dem Ertrinken und brachten sie sofort ins Tierheim am Kuhteichweg. Dort werden die Meerschweinchen – ein schwarzes und zwei braun-weiße – derzeit versorgt. Ob sie Schäden davongetragen haben, ist noch unklar.

Karin Rothe ist überzeugt, dass die Tiere ins Wasser geworfen wurden. „Offenbar sollten sie ertränkt werden. Von allein würden sie jedenfalls nicht ins Wasser gehen“, erklärt sie gegenüber der AZ. Eines der Meerschweinchen war schon fast untergegangen, ein weiteres befand sich noch in der Ilmenau, das dritte hatte sich vermutlich aus eigener Kraft gerettet und lag völlig durchnässt am Ufer. Zwei der Nager sind hochtragend, der dritte vermutlich auch. „Ich hoffe, dass der Nachwuchs keine Schäden im Mutterleib erlitten hat oder möglicherweise sogar gestorben ist“, sagt Karin Rothe. Denn Meerschweinchen seien sehr empfindliche Tiere.

Einen Fall wie diesen hat Rothe noch nicht erlebt. „Ich bin arg schockiert“, gibt sie zu. „Es ist traurig und empörend, wie manche Menschen mit Tieren umgehen.“ Dankbar ist Rothe dagegen den beiden Mädchen, die die Meerschweinchen beherzt gerettet haben. Eines der Tiere wurde am Sonntag von einem Tierarzt untersucht. Heute wird das Damen-Trio möglichweise noch einmal zum Veterinär gebracht.

Wer weiß, wem die Tiere gehören, wird gebeten, sich beim Tierschutzverein Uelzen unter der Telefonnummer (05 81) 1 51 70 zu melden. Der Anrufbeantworter ist rund um die Uhr eingeschaltet.

Von Bernd Schossadowski

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