Modellbahn- und Spielzeugmarkt in der Stadthalle Uelzen wurde zum Treff für echte Fans

Maulwurfshügel im Minikosmos

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Faszination Modelleisenbahn: Nicht nur das klassische Klientel „Männlich Ü-50“ ist von der Börse begeistert, sondern auch das junge Publikum.

Uelzen. Gleise, Lokomotiven und Waggons, wohin man schaute: Am Sonnabend wurde die Uelzener Stadthalle zum Mekka für alle Modellbahn- und Modellbaufans.

Die Halle war mit insgesamt 26 Ausstellern voll belegt und schon kurz nach dem Einlass war der Andrang groß, denn die besten Schnäppchen finden sich, ganz Flohmarkt-typisch, naturgemäß immer zu Beginn einer derartigen Veranstaltung.

Andreas Schlüter und Evans Kodom sind aus Herford angereist und haben 4000 detailverliebte Artikel in ihrem Portfolio.

Extra aus Herford waren Andreas Schlüter und Evans Kodom angereist. Der Ghanese hatte in seiner Heimat mit dem Modellbahn-Hobby Bekanntschaft gemacht und unterstützt seinen Freund seit einem halben Jahr bei dem Verkauf auf den zahlreichen Spielzeugbörsen. Ihr Spezialgebiet ist das Zubehör, und da bleibt bei den beiden Herfordern buchstäblich kein Wunsch unerfüllt. Bis zu 4000 Artikel füllen ihre Auslagen und beeindrucken mit absoluter Detailverliebtheit.

Ganz neu auf dem Spielzeugmarkt: Mini-Maulwurfshügel, natürlich mit winzigem Maulwurf auf der Spitze, oder fliegende Störche mit Horst. Auch prominente Persönlichkeiten wie Helmut Schmidt oder Papst Franziskus können käuflich erworben und in die eigene Modellbahnanlage integriert werden. Auf die Frage nach dem kuriosesten Accessoire zögert Schlüter keine Sekunde und präsentiert ein kopulierendes Schweinepaar – Sachen gibt’s...

Stöbern erwünscht: Auch Spielzeug und Bücher wurden in der Uelzener Stadthalle feilgeboten.

Rund 300 Besucher zählt Veranstalter Matthias Lübker am Sonnabend und zeigt sich mit dieser Zahl zufrieden. Ein Eindruck, den nicht alle Aussteller teilten, zumal am Nachmittag kaum noch Interessierte den Weg in die Stadthalle fanden und einige Anbieter daher bereits gegen 15.30 Uhr mit dem Abbau der Stände begannen, obwohl das offizielle Ende der Spielzeugbörse auf 17 Uhr terminiert war.

„Das ist ganz normal“, erklärt Matthias Lübker gelassen, „wir haben hier ein spezielles Geschäft mit eingeschränkter Klientel. Unser Kundenkreis ist in der Regel Ü-50 und männlich. Leider ist es ja so, dass die Kinder heute kaum noch Interesse zeigen, weil sie viel zu früh von anderen Dingen abgelenkt werden“, bedauerte der Veranstalter.

Dem Abbau in Uelzen folgte gestern der Aufbau in Seevetal. „Die meisten Händler werden auch dort wieder mit dabei sein, und ich bin sicher, dass ich auch den ein oder anderen Kunden von heute wiedersehen werde“, orakelte Lübker. Man kennt sich eben in der Szene.

Von Oliver Huchthausen

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