Am Sonnabend liefert sich Matthias Hoppe aus Nettelkamp ein Duell – ausgetragen mit Worten

Matze gegen den Rest der Welt

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Sein Hobby ist der Wettstreit mit anderen Dichtern und Autoren: Matthias Hoppe aus Nettelkamp ist Poetry Slammer. Am Sonnabend hofft er, dass seine vorgetragenen Texte die höchste Wertung beim Publikum erzielen.

sk Nettelkamp/Uelzen. Das wird seine bisher größte Schlacht: Matthias Hoppe ist 23 Jahre alt, kommt aus Nettelkamp und am Sonnabend steigt Matze – wie ihn alle nennen – in der Kultur-n-halle in den Ring. Aber nicht um zu boxen, sondern um zu texten.

Gibt den Einpeitscher: der erste Niedersächsisch Bremische Poetry Slam Champion Sven Kamin. Foto: Uwe Lehmann

Denn Matze ist Poetry Slammer: „Poetry …was? Das fragen mich meine Bekannten oft, wenn ich davon erzähle“, sagt Matze. Und dann erklärt er geduldig: Poetry Slam ist ein Dichterwettstreit, bei dem Poeten mit ihren eigenen Texten gegeneinander antreten und nachher das Publikum mit Wertungstafeln entscheidet, wer der Sieger ist. Und dann gucken seine Freunde oft noch ratloser. Und dann nimmt er sie einfach mit auf einen Poetry Slam: „Danach sind die immer total begeistert. Auch die, die sonst gar nichts für Literatur übrig haben“, freut er sich. „Leider gibt es in Uelzen kaum Gelegenheiten, sich das anzuschauen. Es gab bisher nur den AZ-Heide-Slam im Kultursommer und vor kurzem wieder einen im Bahnhof. Das hat richtig gerockt“, sagt Matze. Am Sonnabend will nun Matze selbst das Mikro rocken wenn er gegen die ganz großen der deutschen Slam-Szene in die Dichterschlacht zieht. Jetzt kommt der große Slam-Zirkus zum „Dichter ran!“-Dichterwettstreit nach Uelzen.

Poetry Slammer, das sind keine blutleeren Romanschreiber, sondern sowas wie die Rockstars unter den Dichtern. Sie sind laut, sie schreien, sie rappen, sie sind auch mal ganz leise und manchmal treiben sie mit Witz und Wut gleichzeitig den Zuhörern die Tränen in die Augen. Sie lesen ihre fünf Minuten langen Texte in Kneipen, auf Bahnhöfen, aber auch in Schulen und in großen Konzerthallen. Beim Finale der deutschsprachigen Meisterschaften 2011 in Hamburg kamen 4000 Zuschauer, um sich das Sprachfeuerwerk anzusehen.

Und Matze ist schon erheblich aufgeregt, denn diesmal ist er mit dabei, mit den großen Namen der Szene am Mikrofon. Obwohl der Student, der in Suderburg Handel und Logistik studiert, schon schreibt seit er 15 ist, steht er noch gar nicht so lange auf der Bühne. Im Dezember gab er beim Bremer Lagerhaus Slam sein Bühnendebüt. Richtig aufgeregt war er da: „Und auch wenn ich vor allem Spaß haben wollte, waren mir am Ende die Punkte vom Publikum doch nicht so egal wie ich dachte.“ Doch auch wenn es am Sonnabend nicht ganz so viele Punkte regnen sollte, ist sich Matze schon jetzt sicher: „Das wird ein ganz toller Abend – auch weil mich viele Leute aus Uelzen anfeuern werden.“

Außerdem hofft er, dass auch viele andere junge Dichter und Schreiber aus dem Kreis in die Kultur-n-halle kommen, um gemeinsam einen regelmäßigen Uelzener Poetry Slam zu starten: „Das wäre richtig toll“, sagt Matze.

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