„Celtic Shamrock“ bringt nicht nur irische Klänge nach Uelzen – sondern auch Geschichten der grünen Insel

Marys, Mollys und irischer Whisky

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Sabine Christensen singt und plaudert aus dem Nähkästchen.

Uelzen. "Man nehme sich in Acht vor schönen Frauen und zu viel Alkohol."

Der Hinweis von Sabine Christensen kommt, da ahnen es die meisten im Publikum bereits: Die Irish Folkband „Celtic Shamrock“, zu deutsch „keltisches Kleeblatt“, besingt nicht bloß die unberührte Natur der grünen Insel, sondern vor allem den nur allzu oft fatalen Einfluss der dort lebenden Marys, Mollys – und des irischen Whiskys.

Mit 18 Kilo Zusatzgewicht auf der Bühne: Daniela Theile und ihr Akkordeon.

Und weil die drei Frauen – nicht Mary oder Molly, sondern Sabine Christensen, Regina Birkenfeld und Daniela Theile – nun einmal in der Heide verwurzelt sind und irische Klänge augenzwinkernd auch der Gattung „Stubenmusik“ zugeordnet werden, richten sie sich am Sonnabendabend auf der Bühne des Neuen Schauspielhauses gleich häuslich ein: In ihrem „Wohnzimmer“ – zwischen Kamin und bunten Kunstblumen – empfangen sie ihre Gäste mit einem nicht minder vielseitigen Musikprogramm.

Schätzt vor allem die Leidenschaft irischer Musik: Regina Birkenfeld.

Wo ein Song ist, da ist auch eine Geschichte: Das Trio kennt sie alle – die des armen „Ferryman“ etwa, der Fähre und Job verliert, von Mary und ihrer unglücklichen Liebe zu einem Soldaten, von Heimweh und von einer tragischen Dreiecksbeziehung zwischen Mann, Frau und Alkohol. Mal melancholisch mit Daniela Theile an der Tin Whistle oder der Blockflöte, dann wieder heiter unter Einsatz von Percussions und Akkordeon feiern die zum Teil über hundert Jahre alten Geschichten ihr Comeback in Uelzen.

Zuverlässig stimmen die Musikerinnen zwischendurch stilecht zum „Sláinte“ (Prost) an – dem Refrain des Abends. Stets gefolgt von einem Schluck Apfelschorle aus der Guinness-Flasche. Ja, der Alkohol und die Frauen, sie nehmen an diesem Abend in Uelzen eine ganz zentrale Rolle ein – bis zum Schluss mit dem Klassiker „Nancy Whiskey“, einschließlich einer deutschen Neufassung: „Martha Weinbrand“.

Von Anna Petersen

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