Frage der Woche: Mehrheit für Marktcenter

Laut der "Frage der Woche" sind die Mehrheit der Teilnehmer für das geplante Marktcenter. Insgesamt haben 459 Menschen an der Abstimmung teilgenommen. Mehr dazu lesen Sie am Ende des Artikels.

Selten waren bei einer AZ-Redezeit so viele Befragte mit dem Thema vertraut – egal ob Mutter mit Kind oder Rentnerehepaar – und hatten vor der Kamera eine eindeutige Meinung zu dem geplanten Marktcenter auf dem ehemaligen Wochenmarktgelände. Mit der Videokamera war AZ-TV gestern beim Uelzener Wochenmarkt auf Stimmenfang. Die Äußerungen der Passanten zu dem 25-Millionen-Euro-Projekt driften auseinander: „Das ist eine Chance für Uelzen“, meinen die einen. Andere befürchten durch das gigantische Projekt den Todesstoß für kleinere Geschäfte in der Innenstadt.

Mit der Videokamera war AZ-TV gestern beim Uelzener Wochenmarkt zum Thema Wochenmarkt auf Stimmenfang.

"Uelzen braucht etwas Neues“, sagt eine junge Mutter. Ein Marktcenter ziehe junge Leute an. „Wir haben genug leerstehende Geschäfte in Uelzen und es gibt für einen Investor bestimmt bessere Möglichkeiten, um vielleicht Arbeitsplätze zu schaffen“, hält ein anderer Marktbesucher dagegen. Ein älteres Ehepaar ist sich sicher: Die Innenstadt wird künftig noch stärker ausbluten, wenn das Marktcenter kommt. „Und die 25 Millionen müssen die Investoren erst einmal wieder herausbekommen“, fügt der Ehemann hinzu. „Ich find’s schön, wenn’s für Uelzen dadurch ein größeres Angebot gibt. Ich fände es jedoch schade, wenn die Veerßer Straße darunter leidet“, sagt eine andere junge Mutter.

Gegner des Marktcenters sind sich jedoch einig, dass zumindest die ebenfalls geplante Sanierung des ehemaligen „Tep & Tap“-Gebäudes an der Schuhstraße etwas Positives mit sich bringt: Denn damit verschwinde einer von Uelzens größten Schandflecken. „Das ist ja ganz furchtbar, wie es da aussieht“, attestiert eine ältere Passantin.

Update (07.04.2011, 16:34 Uhr): Nach zum Teil heftigen Diskussionen hat der Uelzener Verwaltungsausschuss grünes Licht für das geplante Marktcenter am Veerßer Tor gegeben. Jetzt muss der Stadtrat entscheiden. Das Ergebnis der jüngsten AZ-Online-Umfrage zu dem Thema zeigt eine deutliche Tendenz unter den AZ-Lesern. So sprachen sich von den insgesamt 459 Teilnehmern 62 Prozent (287 Stimmen), also fast zwei Drittel, für den Bau des Marktcenters aus. Für sie sind die Pläne ein Segen und wohl die letzte Chance, die Uelzener Innenstadt noch einmal neu zu beleben. Ganz anders sehen das immerhin noch 23 Prozent (104 Stimmen). Sie sorgen sich um die Zukunft der Marktstraßen und füchten, dass das Center der Todesstoß für die Innenstadt ist, weil dann überhaupt niemand mehr in den Marktstraßen, sondern lieber im Marktcenter, einkauft. Für 15 Prozent (68 Stimmen) der Befragten stellt sich dieses Problem allerdings noch nicht: Sie denken, dass das Projekt sich durchaus noch als Seifenblase entpuppen könnte.

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