Schäden am Turm verursachen bis zu 600 000 Euro Kosten

St. Marien kränkelt: Sanierung dauert an

Wie lange der Kirchturm noch sein Gerüst behält, ist offen. Bei unter fünf Grad ruhen die Arbeiten. Foto: Huchthausen

Uelzen. Die Sanierung der Uelzener St. -Marien-Kirche wird noch umfangreicher als erwartet. „Die Maßnahme vergrößert sich“, erklärt Manfred Cordes vom Amt für Bau- und Kunstpflege des Landeskirchenamtes in Lüneburg.

„Es ist schon so, dass wir diese Schäden so nicht vermutet haben. “.

Nach und nach kommen immer weitere Stellen im Mauerwerk des Turmes zum Vorschein, die ausgebessert werden müssen. Bei der anfangs einkalkulierten Kostensumme von 460 000 Euro wird es voraussichtlich nicht bleiben. Cordes könne sich noch nicht festlegen, aber „mit Sicherheit werden es 500 000 bis 600 000 Euro“, sagt er. Es sei bereits eine Finanzierung durch das Landeskirchenamt in Hannover beantragt worden.

Im Herbst 2010 hatten die Reparaturarbeiten am Kirchturm begonnen. Rostige Eisenanker und instabile Steine werden aus dem Mauerwerk gelöst, da bei vielen schon die Gefahr bestand, dass sie herausfallen. Manche Anker müssen auch herausgestemmt werden, sie werden ersetzt und neu verfugt. An einigen Stellen haben sie bereits das Mauerwerk nach außen getrieben. Meter für Meter werden deshalb die Steine am Turm überprüft. Anfangs hatten die Beteiligten damit gerechnet, im Sommer 2011 fertig zu sein, dann wurde deutlich, dass Sommer 2012 realistischer wäre. Wie lange die Maßnahme noch dauert, ist offen. Für die Verzögerung gibt es zwei Gründe: Einerseits habe die Baufirma mit Materialproblemen zu kämpfen und andererseits könne erst bei der Arbeit festgestellt werden, wie groß die Schäden im Mauerwerk tatsächlich sind.

Eine Ziegelei aus den neuen Bundesländern wurde beauftragt, Klostersteine für St. Marien zu produzieren. Insgesamt werden voraussichtlich mehr als 10 000 sogenannte Hand-Klosterform-Ziegel extra für Uelzens große Stadtkirche geformt und gebrannt.

Derzeit ruhen allerdings die Sanierungsarbeiten an der St.-Marien-Kirche. Bei unter fünf Grad könne dort nichts ausgemauert werden, erklärt Cordes. Er hofft, dass sich die Temperaturen innerhalb der nächsten Wochen bessern und die Arbeiten fortgesetzt werden können.

„Wir hätten durchaus Bedarf, einige Mauerwerksflächen zu lösen“, berichtet Cordes. Aus statischen Gründen sei das aber nicht möglich. „Wir können nur behutsam vorgehen.“ Nun hoffe er, dass diese Art von Ankern, die die Fugen aufbrechen, im unteren Bereich des Turms nicht mehr häufig verwendet worden sind. Bislang wurden neue Zuganker ins Mauer gesetzt und mit Gips die Steine verfugt.

Die Ziffernblätter der Kirchturmuhr sind im Rahmen dieser Sanierungsphase ebenfalls restauriert und neu verputzt worden. Jetzt sind die kupfernen Zeiger aufgedübelt und somit dieser Abschnitt fertig.

Nach den Sanierungsarbeiten am Mauerwerk werden auch die Strebenpfeiler des Kirchenschiffes restauriert.

Von Diane Baatani

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