Eine Frohnatur: Mario Steiner ist neues Gesicht im Kindertreff am Königsberg

Ein Mann mit Humor

Uelzen. Wer Mario Steiner kennt, weiß: der Mann hat Humor. Und davon, sagt er selbst, profitiere er auch bei seiner neuen Arbeit im Kindertreff am Königsberg. Von einer „offenen, lustigen, humorvollen Art“.

Gelernt hat der 33-Jährige, der bis Anfang März auch ehrenamtlich als Kinder- und Jugendbeauftragter für die Stadt Uelzen im Einsatz war, ursprünglich den Beruf des Heizungsbauers. „Aber ich konnte mir zum damaligen Zeitpunkt nicht vorstellen, mein ganzes Leben als Handwerker zu arbeiten.“ Deshalb schloss der Uelzener nach seiner Ausbildung ein Jahr als Zivildienstleistender im Uelzener Jugendzentrum am Ilmenauufer an. „Das hat den Ausschlag dafür gegeben, zu sagen: ‘ok, daraus kann ich auch für mich etwas ziehen’“ – ein Gedanke, der ihn bewog, den Weg als Erzieher einzuschlagen.

Zuletzt arbeitete Steiner fünf Jahre lang in einer vollstationären Jugendpflegeeinrichtung in Wittingen. Seine Aufgabe: „Die Jugendlichen fit zu machen für das Leben oder auch die eigene Wohnung“, sie auf die Bahn zu bringen und die Möglichkeiten aufzuzeigen. „Da hat man seine Pappenheimer und weiß, was da läuft.“ Und genau darin sieht er ein Stück weit auch den Unterschied zu seiner neuen Funktion als Leiter des Kindertreffs an der Seite von Claudia Eitel: Dort müsse er sich täglich auf eine neue Situation einstellen: Mehr Bewegungen, mehr Aufgabengebiete – „Man ist auf jeden Fall intensiv dabei.“ Intensiv, das ist sein Beruf in vielerlei Hinsicht. Dabei erfährt der Erzieher auch von den Sorgen seiner Schützlinge. „Ich lasse das emotional aber gar nicht so nah an mich herankommen. Mitleid ist das Letzte, was sie in dem Moment gebrauchen können“, weiß er aus Erfahrung. Wichtig sei es, so der Experte, mit viel Einfühlungsvermögen auf die Situation einzugehen und Möglichkeiten zu suchen, diese zu entzerren. Was die Jugendlichen bräuchten, sei vor allem Struktur, Verlässlichkeit und Kontinuität – so wie sie es im Kindertreff erlebten. Steiner: „Sie haben hier einen Ort, wo sie vertraute Leute haben.“ Und dazu zählt mittlerweile auch er selbst. Schließlich ist der Mann mit dem offenen Lächeln in Uelzen längst kein Unbekannter mehr, wie er mit einem Augenzwinkern feststellt.

Aktuell steckt Mario Steiner mitten in den Vorbereitungen für das Oster- und Sommerferienprogramm. Planung und Organisation – „das sind alles Bereiche, die laufen nebenher.“ Ansonsten geht es im Kindertreff am Königsberg stets kreativ zu. Mit Schere und Papier? Mario Steiner winkt lachend ab. Das sei der Part seiner Kollegin. „Ich bin mehr für das Handwerkliche.“ Die Zusammenarbeit, auch das spielt für Mario Steiner eine wichtige Rolle. Denn: „Ich bin ein Team-Mensch.“

Rückblickend erinnert sich der 33-Jährige mitunter an einige, wie er sagt, „brenzlige Situationen“ seiner Karriere, in denen er sogar körperlich von Jugendlichen angegangen worden sei. „Das sind Situationen, die bleiben natürlich im Kopf“, fügt er nachdenklich an. Trotzdem hat er sich eines auf die Fahnen geschrieben: Er wolle sich immer selbst ein Bild von den Menschen machen und nicht voreingenommen sein. Damit sei er in der Vergangenheit immer gut gefahren und werde es wohl auch in Zukunft tun.

Von Anna Petersen

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