Mama startet ihr Comeback

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Unterstützung für Mamas Rückkehr ins Berufsleben gibt es auch im Haushalt. Die Kinder einer Teilnehmerin des Projekts „AllinA“ helfen beim Kochen.

bs Uelzen/Landkreis. Sie haben eine Ausbildung, standen mitten im Berufsleben und hatten einen guten Grund, ihre Erwerbstätigkeit auszusetzen: ihr Kind. Beim Wiedereinstieg ins Arbeitsleben stehen viele Frauen vor der Schwierigkeit, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Für Alleinerziehende stellt die Berufsrückkehr eine besondere Herausforderung dar. Unterstützung erhalten sie jetzt durch das Projekt „AllinA – Alleinerziehende in Arbeit“ der Agentur für Arbeit Uelzen und der Grone-Schulen.

Die Weiterbildungsmaßnahme, die über den Europäischen Sozialfonds gefördert wird, findet in Teilzeitform statt. Denn häufig entscheiden sich Berufsrückkehrerinnen für eine reduzierte Stundenzahl, um den Spagat zwischen Kind und Arbeit bewältigen zu können. So berichten Maria Alves da Silva und Sigrun Betti, dass die Kinderbetreuung im Vorschulalter kein Problem war. Mit der Einschulung ist es für Mutter und Kind einfacher, wenn der Nachwuchs auf eine Verlässliche Schule gehen kann – dort ist die Betreuung bis 13 Uhr gesichert.

Der Wiedereinstieg ins Berufsleben muss vorbereitet werden, daher ist „AllinA“ in mehrere Phasen eingeteilt. Zunächst ging es darum, zu sehen, welche Kompetenzen und Fähigkeiten vorhanden sind. Im nächsten Schritt wurden individuelle Strategien zum Wiedereinstieg erarbeitet. Dabei spielten natürlich auch alternative Beschäftigungsmöglichkeiten, manchmal auch eine vollständige Neuorientierung, eine wichtige Rolle. Seit November haben die Teilnehmerinnen ihre betrieblichen Praktika angetreten. „Uns war wichtig, dass wir für das Betriebspraktikum vier Monate zur Verfügung haben“, berichtet Dörte Bostelmann von den Grone-Schulen Niedersachsen, „dadurch kann auch ein Wechsel in ein anderes Unternehmen noch sinnvoll sein, wenn sich keine Perspektiven für die Teilnehmerin ergeben haben“.

Anfang März 2011 endet der erste Durchgang von „AllinA“. Für einige der Teilnehmerinnen zeichnet sich bereits eine konkrete Möglichkeit für ihr berufliches Comeback ab, andere warten noch auf ihre Rückkehr an einen Arbeitsplatz. Ihr Wunsch: „Wir freuen uns, wenn Unternehmen offen sind und uns eine Chance geben.“

Unterstützung gibt es von der Agentur für Arbeit Uelzen. Neben den Vermittlungs- und Beratungsfachkräften steht mit der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, Gundula Riggert, eine Beraterin für Fragen zu Vereinbarkeit von Familie und Beruf zur Verfügung. Unternehmen können hierzu vom Arbeitgeber-Service der Agentur beraten werden.

„Frauen und die Gruppe der alleinerziehenden Frauen und Männer sind Ressourcen, die erschlossen werden müssen, um Fachkräfte zu gewinnen“, erläutert Kerstin Kuechler-Kakoschke, Leiterin der Uelzener Agentur für Arbeit, das „AllinA“-Projekt. „Mit der Ausbildung erhalten viele jungen Frauen und Männer eine Chance, in der Region beruflich Fuß zu fassen. Daneben gewinnen die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten, wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zunehmend an Bedeutung, um Fachkräfte zu halten.“

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