Montag entscheidet Uelzens Stadtrat über das 25-Millionen-Projekt Marktcenter

Stadtrat entscheidet Montag / IHK mahnt Anbindung an

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So soll das Marktcenter aussehen, über das der Uelzener Stadtrat am Montagabend öffentlich abstimmt.

Uelzen. Wenige Tage vor der Entscheidung des Uelzener Stadtrates über das Bauprojekt Marktcenter mahnt die Industrie- und Handelskammer eine zeitgleiche Anbindung des neuen Centers an die Innenstadt an:

„Man muss wesentliche Anstrengungen für eine solche Anbindung unternehmen und zwar zeitgleich zum Bau und nicht erst nachrangig“, betonte gestern der Leiter der IHK-Standortpolitik, Martin Exner, der sich auf Einladung des Uelzener Handelsvereins am Mittwoch ein Bild vor Ort machte. Es reiche nicht aus, „dort nur eine Immobilie hinzustellen und zu sagen, das ist doch zentrumsnah “ – dies sei zu kurz gesprungen.

Am Montag will der Stadtrat grünes Licht geben für das Projekt auf dem ehemaligen Wochenmarktgelände, das entscheidend für die Stärkung Uelzens als Einkaufsstadt sein soll: 25 Millionen Euro investiert ein privater Investor in den Bau eines Marktcenters und die Sanierung der maroden Schuhstraßen-Bebauung in der Innenstadt.

Derweil gibt es beim Handelsverein Irritationen über zwei unterschiedliche Präsentationen des Projektes. „Bei der CDU am 28. März haben wir einen anderen Entwurf gesehen als einen Tag später in der Bürgerversammlung“, stellte Handelsvereins-Vorsitzender Uwe Schwenke fest. So habe Baudezernent Karsten Scheele-Krogull bei den Christdemokraten zusätzlich zum großen SB-Warenhaus und dem Elektronikmarkt noch 1700 Quadratmeter zusätzliche Einzelhandelsfläche aufgezeigt. Der Handelsverein befürchtet hier Gewerbe, das den Innenstadt-Kaufleuten Konkurrenz machen könne. In der Bürgerversammlung waren diese Flächen nicht mehr eingezeichnet.

Scheele-Krogull erklärte gestern auf AZ-Nachfrage, der Investor habe aktuellere Planungsskizzen vorgelegt. Da das SB-Warenhaus größer werde, gebe es voraussichtlich nur noch etwa 800 Quadratmeter für zusätzlichen Einzelhandel. Und bei der Vergabe dieser Geschäftsräume habe die Stadt Einfluss, selbst wenn es sich um Untermieter der beiden großen Unternehmen handele: „Das haben wir vertraglich festgelegt.“ Die IHK sieht diese Vereinbarung skeptisch: „Wir haben Zweifel, ob man als Kommune so weit in die Vergabe von Flächen eingreifen kann“, erklärt Exner. Grundsätzlich aber könne sich die IHK das Projekt Marktcenter für Uelzen durchaus vorstellen.

Dem Handelsverein stößt derweil bitter auf, dass kein Stadtratsmitglied auf den Fragenkatalog des Vereins zu dem Projekt geantwortet habe, sondern es nur ein Schreiben vom Baudezernenten gegeben habe: „Die Tatsache, dass unsere Fragen und Bedenken seitens der Politik nahezu völlig ignoriert wurden, betrachten wir als einen Skandal“, erklärt Schwenke. Der Handelsverein sehe sich „keinesfalls in der Position des Verhinderers“, man zeige nur Risiken und mögliche Gefahren auf, betont der Vorsitzende. „Wir befürchten, dass die Unkenntnis über die möglichen Auswirkungen und die Realität Uelzens von politischem Wunschdenken überlagert wird.“

Am kommenden Montag ab 19 Uhr entscheidet der Stadtrat in öffentlicher Sitzung im Rathaus endgültig über das Projekt Marktcenter. Bei einer Zustimmung unterschreibt die Stadt die Verträge mit dem Investor HBB aus Lübeck.

Von Thomas Mitzlaff

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