Magnet für Senioren

Regine und Melissa Schulze (von links) testeten wie auch viele Senioren den Mittagstisch am Hasenberg.

Uelzen - Von Diane Baatani. Es soll ein zentraler Treffpunkt für Bewohner am Königsberg werden, für Kinder, ihre Eltern und Senioren. Beim Mittagstisch am Hasenberg 2 in Uelzen wurden jahrelang hauptsächlich Schulkinder bekocht. Jetzt startet die Kirche zusammen mit der gwk Uelzen, dem Kindertreff am Königsberg und der Stadt eine Neuauflage. Deshalb haben sie ein kostenloses Probeessen veranstaltet, das den Menschen die Hemmungen nehmen sollte, das Katharina-von-Bora-Haus zu besuchen.

Jetzt sind vor allem ältere Menschen angesprochen, die in dem Stadtviertel nicht mehr viele Einkaufsmöglichkeiten haben. „Es gibt hier am Königsberg viele Senioren, die viel allein sind“, weiß Pastor Florian Moitje von der Uelzener St.-Marien-Kirche. „Der Mittagstisch ist ein Anfang, ihnen einen Mittag pro Woche zu erleichtern.“

50 Personen haben das Angebot angenommen und sich fürs Probeessen angemeldet. Die 12-jährige Melissa hat mit ihrer Mutter Regine Schulze den Mittagstisch ausgetestet, und die beiden werden voraussichtlich an den nächsten Donnerstagen wieder dabei sein. Für Mutter und Tochter ist es eine Chance, etwas gemeinsam zu unternehmen und zu Mittag zu essen. „Wir können direkt nach der Schule hier vorbeikommen, da passt das“, stellte Regine Schulze fest. Dass das Angebot „toll“ ist, bestätigte ihre Tochter. „Ich denke mal, hier werden alle wieder kommen. Es wird hier schon recht voll werden“, waren sie sich mit den Senioren am Tisch einig. Ein weiterer Gast ist der Einladung der gwk gefolgt, „damit das hier nicht einschläft“, wie er sagte. Die Räumlichkeiten kennt er schon vom Café Bora, ein Treffpunkt für Senioren am Montagnachmittag. Barbara Bakalar hat ihre Nachbarin dazu überredet, mit ihr zusammen, das Probeessen zu besuchen. „Du brauchst dich nicht zu schämen“, habe die 84-Jährige sie erfolgreich überzeugt.

Bei diesem „Gemeinschafts-Mittagstisch am Königsberg“ bekochen jeden Donnerstag zwischen 12 und 14 Uhr Schüler der Georgsanstalt die Gäste und waschen anschließend ab. Sie werden von ehrenamtlichen Helfern unterstützt. Pro Person kostet das Essen einen Euro. „Es ist ein symbolischer Wert“, sagte Moitje, „wir möchten es allen möglich machen.“ Die Essensgewohnheiten von muslimischen Gästen werden berücksichtigt.

Im letzten Jahr sank die Zahl der teilnehmenden Schüler, weil viele Schulen und Gemeinden selbst ein Mittagessen anbieten, vermuten die Veranstalter. „Wir haben die Hoffnung, einen generationsübergreifenden Mittagstisch hinzubekommen“, erklärte Karl-Heinrich Albers, Sozialarbeiter bei der gwk. Auch für die Georgsanstalt sei es eine Chance, da die Schüler direkt eine Rückmeldung für ihr zubereitetes Essen bekommen und zugleich den Kundenkontakt üben. „Sie merken, dass die Menschen dankbar sind, das stärkt das Selbstbewusstsein“, fügte Albers hinzu.

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