Die Getreide-Erträge auch im Landkreis Uelzen mies – und die Preise im Keller

Magere Ernte: Bauern auf Sparkurs

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Die Ernte fällt in diesem Jahr mager aus und die Preise sind im Keller: Für Gerste werden zurzeit 12,30 Euro bezahlt. Die Erlöse sind nicht mehr kostendeckend.

Uelzen/Landkreis. Landwirt Friedrich Helmke aus Suhlendorf hat seine Getreidefelder abgeerntet. Das Ergebnis ist ernüchternd und lässt sich nicht schön reden: „Die Erträge waren wirklich schwach“, sagt Helmke.

Die Witterung im Frühjahr nach der Aussaat hatte ihn und seine Kollegen eigentlich hoffnungsvoll gestimmt, doch die der Natur abgerungenen Mengen blieben unter dem Niveau der Vorjahre. Für Helmke und die Landwirte im Landkreis Uelzen ist das bitter: Denn auch die Preise für Getreide sind im Keller. „So ein Ergebnis schlägt unmittelbar auf den Betriebsgewinn durch“, sagt Helmke.

Für 100 Kilogramm Weizen werden 14 Euro gezahlt, bei der Gerste sind es 12,30 Euro zurzeit. Fallen wie jetzt die Erträge mager aus, kommt Helmke zu der düsteren Bilanz: Angesichts der in den vergangenen Jahren auch noch gestiegenen Mietpreise für Ackerflächen reichten die Erlöse noch nicht einmal, um die Pachtkosten bezahlen zu können.

Helmke und seine Kollegen hoffen nun auf ordentliche Erträge bei anderen Früchten wie Kartoffeln und Zuckerrüben, mit denen die Verluste zumindest teilweise aufgefangen werden könnten.

Mit dem Anbau von verschiedenen Früchten sinkt das finanzielle Risiko. Herbert Funk, bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Hannover für den Bereich Betriebswirtschaft und Markt zuständig, sagt: Je vielfältiger ein Betrieb aufgestellt sei, desto stärker könnten Ernte- und Preisschwankungen aufgefangen werden. Nur: Betriebe sind heute mehr spezialisiert als in früheren Zeiten. Vor 40 Jahren bauten Landwirte weit mehr unterschiedliche Früchte an, zudem hielten sie noch Kühe und Schweine. „Die Spezialisierung der Betriebe nahm mit den Anforderungen an die Landwirtschaft zu“, berichtet Funk. Unterm Strich sind die landwirtschaftlichen Betriebe heute anfälliger. Das zeigt sich nicht nur am Beispiel der mageren Getreide-Ernte, sondern auch im Bereich der Viehwirte, wenn der Literpreis für Milch – wie jetzt – ruinös für die Betriebe ist.

Beim Getreide, erklärt Funk, seien die Verkaufspreise im zweiten Jahr hintereinander so niedrig, dass sie nicht mehr kostendeckend sind, wenn die Ausgaben für Aussaat, Pflege, Ernte, Pacht und Mitarbeiter berücksichtigt würden. Die Preise sind abhängig vom Weltmarkt. Und in diesem, so der Experte, rechnet man mit Rekorderträgen. Die klägliche Ausbeute in Niedersachsen falle da nicht ins Gewicht.

Was können Landwirte im Kreis angesichts des Ergebnisses unternehmen? Dominic Schwutke, Landwirt in Holdenstedt, will prüfen, ob er jede geplante Investition in Angriff nehmen kann. Und Helmke will die Ausgaben für Dünger und Pflanzenschutzmittel möglichst niedrig halten.

Von Norman Reuter

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