Im exklusiven AZ-Interview beleuchtet der Weihnachtsmann das Geschehen in und um Uelzen

Machtwort, Minister, Miesepeter

Wer klug schenken will, braucht Einblicke. Der Weihnachtsmann schaut sich gern um in der Uhlenköperstadt. Mit der AZ hat er über aktuelles und kommendes Geschehen im Landkreis und in der Stadt geplaudert. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. Es ist nicht leicht, innerhalb von 24 Stunden mehrere Milliarden Menschen auf der Welt glücklich zu machen. Der Weihnachtsmann ist sichtlich im Stress, als die AZ-Redakteure Andreas Becker und Kai Hasse ihn zwischen Tür und Angel in der Uhlenköperstadt treffen.

Nach Insistieren der Presse hat er bei einen Glühwein noch ein paar – augenzwinkernde – Takte über den Kreis Uelzen und das vergangene Jahr sowie die nahe Zukunft übrig gehabt.

Herr Weihnachtsmann, worauf prosten wir?

Na auf Stadt und Kreis Uelzen!

Mal ganz böse: Warum sollten wir?

Das liegt doch auf der Hand. Hier hat sich eine Menge entwickelt im vergangenen Jahr: Die Schulen sind jetzt beim Kreis, es gab Fördermittel für das Museum in Hösseringen, die A 39 soll kommen...

...die Schleuse Scharnebeck ist in Planung, die Kurstadt Bevensen wird gefördert. Das sind ziemlich viele gute Nachrichten am Ende des Jahres. Hatten Sie da Ihre Finger im Spiel?

Ja, man hat mir zu verstehen gegeben, dass jetzt wohl die Zeit wäre, Gutes in Niedersachsen zu tun. Also habe ich da etwas nachgeholfen. Ich bin ja ein lieber Kerl.

Wie die Herren in Hannover. Meine Güte, was können wir froh sein über McAllister, was?

Elli- wer?

McAllister, David. Landesvater. Dunkle Haare, groß. Trägt Rock...

Ach David, die alte Granate! Ja, der möchte weiter Gutes tun in diesem Land. Und da sollen sich ja alle dran erinnern. Vier Wochen sinds ja noch, dann wird der wiedergewählt.

Moooment. Das entscheidet der Wähler.

Aber der kann ja froh sein über den David. Potztausend! All diese Geschenke...

Wenn die mal angenommen werden. Mit dem Klimaschutz hat es ja nicht überall geklappt. Konzepte werden vom Bund gefördert, und nur die Stadt Uelzen steigt richtig ein. Der Rest wartet ab...

Dann wirds mal wärmer bei mir oben im Norden. Glaubt Ihr, ich trage diesen Bart, weil ich den hübsch finde? Ich sage Euch eins, Jungs: Der ist vor allem warm! Aber im Ernst: Schade ist das schon. Es geht ja um das Wirken im Kleinen. Denke global, handle lokal, heißt es. Das ist ja auch ein Grundgedanke von mir. Menschen sollen sich weltweit lieben, aber die Geschenke liegen dann unterm heimischen Baum. Hoffentlich vergisst niemand, dass es eigentlich um das große Ganze geht.

Apropos das große Ganze: Als Weihnachtsmann kommt man ja mächtig rum. Wie sind denn die Uelzer so – im Vergleich zu den Anderen?

Puuh, Ihr stellt vielleicht Fragen. Also: Der Uelzer an sich ist schon speziell. Egal, was passiert, der Uelzer meckert und nörgelt. Und wenn nichts passiert, meckert und nörgelt der Uelzer, weil hier ja sowieso nichts passiert. Das ist schon seltsam. Scheint eine besondere Eigenart dieser Stadt zu sein.

Ist das Glas bei den Uelzer Bürger immer halbleer statt halbvoll, weil die Politiker nichts auf die Reihe bekommen?

Kann sein, muss aber nicht sein. Die Politiker haben es doch auch nicht leicht. Irgendeinem treten die mit ihren Entscheidungen immer auf die Füße. Und wenn Du als Politiker nach allen Seiten offen bist, kannst Du auch nicht ganz dicht sein. Schaut Euch doch nur mal das geplante neue Marktcenter an. Da warten in Uelzen einige nur darauf, dass das ganze Projekt scheitert. Um dann zu sagen: Haben wir doch gewusst, dass das auch nicht klappt. Wie kleine Miesepeter.

Kann da der Bürgermeister nicht mal ein Machtwort sprechen?

Ach, das ist gar nicht so einfach. Der Otto steckt ja auch in den berühmten politischen Sachzwängen. Aber vielleicht tut sich etwas im Rathaus...

Was kann sich dort schon bewegen?

Nun, denkt daran, im Jahr 2014 ist Bürgermeisterwahl. Und wenn ich das von hier oben richtig beobachte, laufen sich doch schon mindestens zwei Kandidaten für den Chefposten im Rathaus warm.

Lieber Weihnachtsmann, Sie denken bestimmt an...

...richtig. Aber ich komme jetzt nicht auf die Namen. Schließlich muss ich immer soviele Namen notieren und mir merken. Ich glaube, der eine ist noch gar nicht so lange im Rathaus. Und der andere hat sein Büro irgendwo in der Nähe der Innenstadt, dort wo die Fahrzeuge mit dem Blaulicht ein- und ausfahren.

Und sonst noch jemand?

Da muss ich nachdenken. Ja, vielleicht. Da gibt es noch diesen anderen jungen Mann, der ist auch ganz aktiv im Sport. Soweit ich weiß, steht der als Trainer derzeit im Tabellenkeller. Aber das muss ja nichts heißen. Insgesamt alles gute Leute, die können etwas. Aber der Wähler ist und bleibt am Ende das unbekannte Wesen.

Unbekannt ist auch teilweise, was so alles bei Beamten und Angestellten im Kreishaus vor sich geht. Hat der Weihnachtsmann dort bessere Einblicke als der normale irdische Uelzener Bürger?

Oh, oh, das Kreishaus. Da gibt es ja seit einem guten Jahr ebenfalls einen neuen Chef. Engagierter Mann. Mit guten Ideen. Das hat sich rumgesprochen. Aber ich habe den Eindruck, als würde die Umsetzung von Ideen und Vorschlägen nicht immer ganz leicht fallen. Als wenn es im Kreishaus in irgendwelchen Büros und Ecken Leute gibt, die auf der Bremse stehen. Vielleicht wollen die lieber so weiter wie immer. Naja, und mit der Kreispolitik ist es auch nicht so leicht. Schwierige Gemengelage.

Aber eigentlich tut sich doch etwas in Stadt und Landkreis Uelzen?

Absolut. Es kommt frischer Wind. War aber auch dringend notwendig. Die Menschen müssen hier einfach mehr Zutrauen in ihr eigenes Können haben.

Gibt es dafür ein Erfolgsrezept, lieber Weihnachtsmann?

Natürlich. Die alten Geschichten einfach mal in Ruhe lassen und wie wir Weihnachtsmänner immer schön optimistisch nach vorne blicken.

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