Von derzeit 850 auf 4000 Hektar – mehr Flächen für Windkraft im Landkreis

CDU macht mächtig Wind

+

Uelzen. „Welchen eigenen Beitrag muss der Landkreis Uelzen leisten, damit die Energiewende in Deutschland gelingen kann?“

Ein Jahr nach Fukushima und drei Monate vor der Überarbeitung des Regionalen Raumordnungsprogramms haben Jörg Hillmer, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Uelzen, und seine Parteifreunde erste Antworten gefunden und politische Pflöcke eingeschlagen.

„Die Energiewende ist eine nationale Herausforderung – dieser Verantwortung müssen wir uns vor Ort stellen“, sagte der Landtagsabgeordnete aus Suderburg vor den Mitgliedern des Hauptausschusses – dem höchsten Gremium der Kreis-CDU zwischen den Parteitagen.

Klares Ziel der Christdemokraten sei die 100-prozentige Versorgung mit erneuerbaren Energien. Diesem Ziel dürfe sich der Landkreis nicht verweigern. Hillmer wörtlich: „Im Energiekonzept für eine Energieversorgung mit ausschließlich erneuerbaren Energien wird Wind ein Anteil von 65 Prozent des Bruttostromverbrauchs zugerechnet. Dazu werden deutschlandweit zwei Prozent der Fläche benötigt. Für den Landkreis Uelzen bedeutet dies eine Ausweisung von 4000 Hektar Windvorrangflächen.“

Zum Vergleich: Derzeit sind im hiesigen Kreis lediglich 850 Hektar an Flächen für Windkraftanlagen ausgewiesen. Um die durchaus ehrgeizige Zielmarke in den im Frühsommer im Kreistag terminierten Beratungen zum Regionalen Raumordnungsprogramm zu erreichen, empfiehlt die CDU, den Abstand der „Spargel“ zu Ortschaften auf mindestens 1000 Meter zu erhöhen.

Und: „Wir sind uns in der Partei auch einig, dass ökologische Stromerzeugung notfalls auch in Schutzgebieten möglich sein muss“, betonte Hillmer. Wichtig sei, mit einem Grundsatzbeschluss zur Bereitstellung von Flächen eine generelle Nutzung möglich zu machen. „Ob, wann und welche Windanlage dann errichtet wird, entscheiden Betreiber und Eigentümer“, blickte der CDU-Politiker nach vorne.

In dem Zusammenhang möchten die Christdemokraten möglichst vielen Einwohnern der benachbarten Ortschaften und des Landkreises „Beteiligungsmöglichkeiten in Form von Bürgerwindparks einräumen“.

Hillmer wies auf das wirtschaftliche Potenzial von Windkraftanlagen hin: „Durch Flächenpacht, möglichen Unternehmergewinnen und daraus folgenden Steuereinnahmen bleibt ein großer Teil der Wertschöpfung im Landkreis Uelzen.“ Hinzu komme, dass Investionsentscheidungen unter anderem nach der Verfügbarkeit von günstiger Energie und leistungsfähiger Infrastruktur getroffen würden.

Den Flächeneigentümern empfahl der Suderburger, jetzt noch keine Verträge mit Windparkentwicklern abzuschließen, da damit die rechtliche Stellung eher verschlechtert werden würde.

Von Andreas Becker

Kommentare