Nick Tappe und Daniel Zander übernehmen Leitung des Jugend-Bauwagens in Kirchweyhe

Sie machen’s so wie Max

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Schlüsselübergabe: Max Schulz (Mitte) übergab das Zepter. Nick Tappe (links) und Daniel Zander werden mit ihrem Team ab sofort im Bauwagen der Kirchweyher Jugendlichen das Heft in der Hand haben.

Uelzen-Kirchweyhe. Im Fenster des Bauwagens am Kirchweyher Bolzplatz hängt eine sehr amtlich aussehende Mitteilung.

Eine Hiobs-Botschaft? Eine Ankündigung der Schließung?– Im Gegenteil: Die neue Mannschaft, die ab sofort für den Jugendtreff im Bauwagen verantwortlich ist, gibt bekannt, dass die Geschäfte nun in ihrer Hand liegen. Sie treten in große Fußstapfen – nämlich in die von Max Schulz.

Max hatte sich dafür eingesetzt, dass der Bauwagen an die Wiese gestellt wird und danach die Leitung des Jugendtreffs in Eigenregie übernommen – mit gerade mal 13 Jahren. „2004 haben wir angefangen und 2005 wurde der Bauwagen eingeweiht“, berichtet der heute 18-Jährige. Er sorgte dafür, dass der Wagen gestrichen und der Bolzplatz gemäht wurde, organisierte Fußballturniere oder Campingtage rund um den Bauwagen. „Mir macht es einfach Spaß zu organisieren und ich finde es toll, wenn alle zufrieden sind und das gut klappt“, sagt Max Schulz.

So hatte er auch zur ganz offiziellen Übergabe des Bauwagens geladen. Im Beisein von Bürgermeister Otto Lukat, Kreisjugendpfleger Christian Helms und Ute Chlechowitz – die den Kindergarten direkt neben dem Bauwagen leitet, Max und die anderen Jungen darum schon aus ihrer Einrichtung kennt und ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht – gingen die Aufgaben an Nick Tappe (12) und Daniel Zander (13) über. Sie sind im gleichen Alter wie Max damals beim Start des Projekts und haben sich die Aufgaben, die Max bisher allein erledigt hat, neu aufgeteilt. Jetzt ist ein ganzes Team von jungen Freunden für den Bauwagen zuständig.

Von Max’ langjährigem Engagement sind alle begeistert, und Kreisjugendpfleger Christian Helms betont in seiner Dankesrede: „Ich kenne kein Bauwagen-Projekt, das so geräuschlos stattfindet.“ Damit meint er nicht nur den Lärmpegel, den die Jungen wohl so gut im Griff hatten, dass sich nie einer der Nachbarn, die direkt neben dem Bauwagen wohnen, beschwerte. Insgesamt sei das Projekt ganz unkompliziert verlaufen, meint Helms. Max hätte immer alle informiert und alles gut organisiert, ergänzt Ute Chlechowitz, die in ihrer Funktion als Ratsfrau und später als Ortsratsmitglied das Projekt von Anfang an begleitet und mit ermöglicht hat.

„Als ich damals den Westerweyhern einen Bauwagen auf den Festplatz gestellt habe, hat Max für Kirchweyhe auch einen gefordert“, berichtet sie. Bürgermeister Otto Lukat kann sich an die Anfänge des Projekts noch gut erinnern, war geladener Gast beim fünfjährigen Bestehen des Bauwagens und ist jetzt „auch gerne beim Stabswechsel dabei“. Er überreichte Max als kleines Dankeschön und Erinnerung an Uelzen ein Buch über die Stadt.

Mit dem Schlüssel für den Bauwagen übergibt Max ein Herzens-Projekt. Aber er steckt mitten im Abitur, geht danach für die Ausbildung nach Hamburg. Da bleibt verständlicherweise nicht mehr viel Zeit für den Bauwagen und den Bolzplatz. „Ein bisschen traurig bin ich schon, aber viel trauriger wäre ich, wenn das hier ganz einschläft“, sagt der 18-Jährige lächelnd.

Mit acht Gründungsmitgliedern hat er den Jugendtreff gestartet. Inzwischen beteiligen sich rund 20 Kinder und Jugendliche. Meistens dreht sich alles um den Fußball auf dem angrenzenden Bolzplatz, aber auch Pokerturniere, Campingtage und andere Veranstaltungen werden rund um den Jugendtreff organisiert. „Im Hintergrund werde ich auf jeden Fall dabei bleiben“, sagt Max. Die großen Veranstaltungen will er sich auf keinen Fall entgehen lassen.

Bislang hatte er bei allem die Führung inne, aber der Bauwagen-Experte gab nun nicht ohne Stolz in einer kleinen Rede die Verantwortung weiter: „Jetzt gebe ich den Bauwagen und die Herrschaft darüber ab. Nick und Daniel sind zusammen die neuen Oberchefs.“ Den beiden Jungs hat er in den vergangenen Monate alles beigebracht, was sie für den weiteren Erfolg des Bauwagen-Treffs wissen müssen. Und so antwortet der zwölfjährige Nick auf die Frage, wie sie das Projekt weiterführen wollen, auch mit einem ganz klaren: „So wie Max!“

Von Agnes Heitmann

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